Wie Filme Modetrends auslösen (Teil 1)

Von der Leinwand in den Kleiderschrank

Ja, ja okay, wir wissen es ja. Es ist schon armselig, sich Trends von den Stars vorgeben zu lassen, anstatt sie selber zu setzen, in den Straßen zu rocken und dann damit die (Mode-)Welt zu erobern. Doch sein wir ehrlich – so läuft es doch in den seltensten Fällen. Doch wie schaffen es diese Hollywood-Schnösel nur immer wieder, dass sie einfach so unverschämt cool in ihren Rollen aussehen, sodass man gar nicht anders kann, also den Look schamlos zu kopieren? Nun ja, sie haben Stylisten, keine Geldsorgen und wollen, dass wir ihnen verdammt noch mal nacheifern. Und es funktioniert. Wir wollen uns dieses Mal daher auf eine kleine Zeitreise begeben und haben uns mal angesehen, welche Filme uns und die Modedesigner maßgeblich bei der Modewahl und -produktion der letzten Jahre beeinflusst haben.

Der Miami Vice-Look

Zugegeben, selbst die Mode der 80er Jahre hatte ihre Vorzüge. Wie unverschämt cool sahen Sonny Crocket und Rico Tubbs bitte in ihren Dresses aus weißen Jeans, hellblauen Polos und rosa Sakkos bitte aus? Die Serie um die beiden coolsten Polizisten des Universums bannte damit nicht nur Millionen Jugendliche an die Fernsehschirme, sondern gab auch modisch den Ton bei einer ganzen Generation an. Schließlich wollte jeder das Gefühl haben, im lässigen Miami-Beach-Outfit die Chicks zu klären. Hat in der Dorfdisko mit dem gemieteten VW-Cabrio vielleicht nicht so gut funktioniert wie bei Sonny und Rico. Aber für einen kurzen Moment konnte man sich in lauen Sommernächten damit so fühlen, als würde man zwischen Palmen und Nachtclubs den Ocean Drive heruntercruisen. Der neueste gehypete Imitator dieses Stils ist übrigens MC Fitti:

Der Top Gun-Look

Schwer zu glauben: Tom Cruise, der heute eher als wahnsinnig gewordener Scientology-Prediger und schlechter Stauffenberg-Imitator bekannt ist, war mal ein echter Trendsetter. Als er 1986 im Kultfilm Top Gun in der Rolle seines Lebens den furchtlosen Kampfjetpiloten Lt. Pete „Maverick“ Mitchell verkörperte, wollte nach den 105 Filmminuten JEDER Junge so sein wie er – den Look eingeschlossen. Der Blockbuster machte die Bomberjacke (die es auch unter der Modellbezeichnung „G1“ für rund 500 Dollar zu kaufen gibt) und die Ray Ban-Sonnenbrille populär. Das Modell 3025 Large Aviator – bis heute ein absoluter Klassiker.

Ray Ban Large Aviator: berühmt geworden durch Top Gun

Ray Ban Large Aviator: berühmt geworden durch Top Gun

Der 8 Mile-Look

2002: Eminem ist der größte Star der Welt. Nicht genug, dass er mit seiner Musik bereits diverse Multiplatin-Plaketten eingefahren, die ganze Jugend verdorben und Britney Spears gedisst hatte. Nein, nun zog es ihn auch noch auf die Leinwand. Klar war Rapmusik und die HipHop-Kultur samt Modestil bereits vorher schon sehr populär, doch spätestens nach „8 Mile“ gab es kaum noch einen Jugendlichen ohne Baggy-Jeans und Hoodie-Kapuze über dem grauem Flexfit Cap. Es war der erneute Durchbruch eines provokanten Kleidungsstils, bevor er durch bunte Bonbon-Klamotten ausgetauscht wurde. Ein bisschen dirty, ein bisschen rau, aber dafür unglaublich cool und ehrlich. Die Welt war HipHop – und sie kleidete sich passend zu ihrem Soundtrack. Damals, 2002.

Der Sex and the City-Look

Es macht alles Sinn: Wenn man sich mal vergegenwärtigt, welche Trends in den letzten Jahren aufgekommen sind und dann vergleicht, wann die dazu passenden Filme herauskamen, dann versteht man vieles besser. Nach dem weltweiten Erfolg als Fernsehserie Sex and the City kommt das moderne New Yorker-Mädchen-Märchen um Carrie Bradshaw und co 2008 auf die große Leinwand und zieht einen wahre Hysterie um Starbucks-Kaffee aus Pappbechern, Macbooks und Designerkleider nach sich. Kein Film schaffte es jemals geschickter, Marketing in eine Storyline zu pressen. Plötzlich wollte jede Frau ein Kleid von Vivienne Westwood, Mäntel von Burberry und Taschen von Louis Vuitton. Hier einige Beispiele aus dem Film Sex and the City 2. Sex and the City machte Luxusmode plötzlich auch bei den Durchschnittsverdienern zu Must-Have-Stücken. Das hat (weibliche) Shoppingmuster hierzulande maßgeblich beeinflusst: Am Wochenende 500 Kilometer zum nächsten Designer-Outlet zu gondeln um eine reduzierte Michael Kors Tasche zu bekommen? Ein Witz, den Mario Bart ohne Sex and the City heute nicht reißen könnte. Die Männerwelt dankt.

In Teil 2 werden wir unter anderem auf die Filme „Matrix“ und „Borat“ eingehen – seid gespannt!

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