Von der Leinwand in den Kleiderschrank (Teil 2)

Wie Filme Modetrends auslösen Teil 2

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Filmstars sind unsere Götter: wir beten sie an, wir ahmen sie nach. Wir kaufen die Produkte, für die sie werben und ziehen uns an wie sie es uns vormachen – und zwar nicht nur, während sie durch Hollywood spazieren. Stylisten und andere Modefachleute arbeiten an Filmsets hart daran, den Promis einen authentischen, auffälligen oder verrückten Look zu verpassen. Nicht selten werden damit wahre Trends gestartet. Trends, die manchmal sogar ganze Generationen prägen. Beim letzten Mal haben wir uns daher genauer angesehen, wie Filme wie Top Gun, 8 Mile oder auch Serien wie Miami Vice und Sex an the City die Masse beeinflussten, doch die Liste lässt sich fast endlos weiterführen. Wir haben noch ein paar weitere Blockbuster herausgesucht, die es auf ihre Weise geschafft haben, der Modewelt neue Facetten hinzuzufügen oder ihr gar ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Der Matrix-Look

Lange Mäntel, enganliegende Oberteile: der Matrix-Look

Lange Mäntel, enganliegende Oberteile: der Matrix-Look

Die Filmreihe Matrix nahm zwar eher unterschwellig, aber dennoch unverkennbar Einfluss auf die Modewelt. Die schlichten Outfits der Hauptakteure Neo, Morpheus und Trinity aus langen Ledermänteln, schlichten Basic-Sweatshirts und schwarzen Sonnenbrillen wurden in ihrer Gesamtheit zwar nicht eins zu eins von der Modewelt übernommen, fanden jedoch Stück für Stück Einzug in die Kleiderschränke. Lack und Latex – zuvor noch in der Schmuddelecke verortet – wurden plötzlich von der Modewelt akzeptiert und von Designern für neue Stücke benutzt. Urbaner basic Modestil, ein Verdienst der Science-Fiction Reihe.

Der Borat-Look

Sasha Baron Cohan: Er ist ein Provokateur. Er ist ein Comedy-Gott. Und er ist… Trendsetter? Unbedingt, Trendsetter! Als die ersten Szenen und Trailer seines Borat-Films über die Bildschirme der Welt flimmerten, gab es im Wesentlichen nur eine Frage: Wo zum Teufel bekomme ich diesen Badestring her? Das sexy Höschen, dessen Träger vom Gehänge bis zu den Schultern reichen, wurde quasi über Nacht DAS absolute Must-Have-Utensil für alle Mottopartygänger. Bis heute wird es gerne getragen, wenn es was zu lachen geben soll. Natürlich haben wir es hier nicht mit einem ernstzunehmenden Mode-Accessoire, geschweige denn mit einem Trend zu tun. Dass die Badehose weltweite Berühmtheit erlangt und massiv für Erheiterung gesorgt hat, wird aber wohl keiner bestreiten können!

Der „Verblendung“-Look

Als im letzten Jahr die Hollywood-Verfilmung des Bestseller-Romans „Verblendung“ veröffentlicht wurde, erregte der Film nicht nur große Aufmerksamkeit durch die Wiederverwertung der erst kurz vorher verfilmten Thematik, sondern auch durch den Look der Lisbeth. Die bis dahin eher unbekannte Schauspielerin Rooney Mara geriet vor allem aufgrund ihres unkonventionellen Aussehens in den Mittelpunkt des Interesses. So sehr, dass sich die Modewelt in kürzester Zeit ihres dunklen, Punk-beeinflussten Looks annahm. Wenig später präsentierten Modenhäuser wie Versace ihre neuen Laufsteg-Kollektionen im Lisbeth Salander-Look, H&M engagierte sogar die verantwortliche Designerin des Films und ließ sie eine ganze Kollektion im Look des Films entwerfen.

Der „The Artist“-Look

„The Artist“ war ein auf gleich mehreren Ebenen unglaublich erfolgreiches Filmprojekt. Denn er heimste bei den Oscars 2012 nicht nur die meisten der goldenen Staubfänger ein, sondern gab auch der Vintage-Bewegung der Modewelt einen weiteren Schub. Sowohl Gucci als auch Prada ließen sich von den 20er Jahre-Kostümen der Schauspieler maßgeblich für ihre neuen Kollektionen inspirieren. Der so genannte Flapper-Look mit Federn, Fransen und Art deco-Elementen atmet den Geist der Goldenen Zwanziger: Jazz-Musik, Alkoholexzesse und provokante Tänze – wenn das mal keine willkommene Abwechslung zu biederen Kostümen und Blazern der Büromode ist. Insofern, danke an die Macher von „The Artist“.

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