V wie Victory oder V wie vorbei?

V-Neck Shirts

Im letzten Jahr haben die V-Necks ihr großes Comeback gefeiert. Lange Zeit schien diese Kragenart ausgestorben zu sein oder fristete zumindest ein trostloses Dasein in einigen wenigen Schränken metrosexueller Möchtegern-David Beckhams, bis sie schließlich im Zuge des allgegenwärtigen Hipster-Trends wieder an die Oberfläche gespült wurde. Völlig zu Recht fragt sich der zaghafte Mode-Interessierte, ob er sich dem V-Neck Trend hingeben und einfach mitmachen soll, oder lieber auf Nummer sicher geht und beim gewohnten Rundhals bleibt.

Fakt ist: Der V-Neck wird niemals den traditionellen T-Shirt-Kragen ersetzen. Er ist und bleibt eine Mode, die kommt und wieder geht. Schon mehrmals in der Vergangenheit war er da und verschwand dann wieder in den Altkleiderkisten unserer Eltern und großen Geschwister. Und wie das eben heutzutage ist, wenn ein Trend ausgerufen wird – er wird ausgeschlachtet bis zum Geht-nicht-mehr. Dabei hat der Trend zum V-Ausschnitt eine durchaus positive Begleiterscheinung mit sich gebracht: V-Neck Shirts sind meist extrem schlicht und einfach gehalten. Ein simples Weiß oder Schwarz, gerne auch in Kombination mit dem ein bisschen angeschmuddeltem Used-Look ist eine willkommene Abwechslung zu dem schrecklich überladenem und extravagantem All-over-Print-Stil, der vor kurzer Zeit die Astralkörper der Stars, Sternchen (und irgendwann auch das Du-und-Ich-Geschmeiß) zierte.

Insofern steht man hier mal wieder vor der alten Frage, ob man sich anpasst und einer von tausenden wird, die sich die Teile überziehen, oder sich fernhält und die Fahne des „anderen“ Stils durch bewusst-provokatives Rocken des Rundhalses hochhält. Wer unbedingt den V-Neck Hype mitmachen will, sollte jedoch zumindest gemäßigte Modelle wählen. Ein V-Ausschnitt bis zum Bauchnabel sieht einfach nicht schön aus, und zwar vollkommen unabhängig davon, ob man damit einen vom McFit-gestählten Oberkörper oder bloß ein kleines Hühnerbrüstchen zur Schau stellt. Kurze, standardmäßige Ausschnitte in der V-Form sind hingegen akzeptabel und gelten nicht unbedingt gleich als Hipster- oder Nerdlook, sofern sie mit passenden Gegenpol-Accessoires und –Kleidungsstücken (etwas weitere Jeans und lässige Sneakers) kombiniert werden.

Es wäre zwar übertrieben, zu behaupten, dass der V-Neck Hype den althergebrachten Rundhals-Kragen zum alten Eisen gemacht hatte, dennoch ist es schon als Statement zu verstehen, wenn sich jemand bewusst gegen den vorherrschenden Trend stellt und auf die V-Hemden verzichtet. Wie bei diesen gilt es beim Rundhalt-Shirt zu beachten, dass die richtige Größe des Ausschnitts gewählt werden muss. Das Shirt muss nicht nur an Bauch, Schultern und Armen die richtige Größe haben, sondern muss unbedingt am Hals richtig anliegen. Niemand will jemanden sehen, der ein T-Shirt trägt, bei dem man Angst haben muss, gleich einen Nippel hervorblitzen zu sehen.

Die richtige Größe zu finden, kann für Menschen mit Donald Duck-Körper, zu schmächtigen oder zu aufgepumpten Bodys ziemlich schwierig sein. Denn wo das Shirt an Arm oder Schultern zu eng sitzt, kann es am Hals schon wieder viel zu weit sein. Um einen schlechten Sitz zu vermeiden, bleibt langes Suchen nach dem perfekten Schnitt manchmal nicht aus.

Ob stylo-V-Neck oder der guten alten Rundkragen, das richtige Shirt zu finden, kann eine echte Gradwanderung sein. Wie so oft bei aktuellen Trends, gilt es auch bei dem V-Kragen vorsichtig zu sein, wie weit man damit geht. Manchmal kann ein simples, schickes Rundhals-T-Shirt genauso viel hermachen. Wer schlau ist, wählt seine Kragenart je nach Anlass aus. Die nächste Studenten/Hipster-Party besucht der geneigte Trendsetter mit Roundneck, um sich von den ganzen V-Ausschnittmenschen abzuheben. Auf der nächsten Gemeindeversammlung hingegen zeigt der Modekenner, wie hip und urban er ist, indem er sich zu seinem modernen V-Neck gratulieren lässt. So macht man garantiert nichts falsch.

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