Tango Outfit: put on your dancing clothes Teil 5

Teil 5: Modisch abROCKen zu Tango

Wir begeben uns weiter auf unsere musikalische wie modische Reise in die Welt des Tanzes und der Tanzmode. Wir sind weiter auf der Suche nach dem authentischen Tanzlook, dem Rock, der richtig in Schwingung kommt, wenn man das Tanzbein schwingen lässt und begeben uns für unsere Suche nun über den Atlantik. Von Spanien reisen wir direkt in das Herz Lateinamerikas, wo Steaks und ein berühmter Tanz, der Tango, zum Nationalgut gehören: Wir unternehmen eine modische Reise nach Argentinien. Dort, in den Armenvierteln der pulsierenden Stadt Buenos Aires, entstand der Tango Argentino, der heute zum nationalen Kulturgut erhoben wurde, seinen Ursprung aber in der Unterschicht, den Bordellen und rauchigen Kneipen, im halbkriminellen Milieu und in den dunklen, engen Gassen der Barrios hatte. Als Tanz war der Tango Ausdruck einer Demonstration, ein Aufbäumen gegen die Verhältnisse. Der Tango, noch heute zwischen Harmonie, Sehnsucht, Leidenschaft und packenden, wütenden Szenen changierend, wurde in Buenos Aires auf den Straßen zelebriert. Auch deshalb eignet sich sein Style heute noch für den Streetstyle der Metropolen dieser Welt. Der Tango und die damit verbundene Mode ist sinnlich und trotzdem nicht ohne politisches Statement. Schon längst hat der Tango seinen Siegeszug auch in Europa angetreten, von den schicken Bars in Paris der 1920er Jahre, verbreitete er sich bis in die Postmoderne in den verschiedensten Abwandlungen über ganz Europa. Von Electro Tango über Finnischen Tango bis zum Queer Tango – je nachdem welche Stilrichtung getanzt wird, muss natürlich auch der Style ein bisschen abgewandelt werden. So gibt es beim Electro Tango kaum Modekonventionen, außer die, die bequem sind und gefallen. Anders sieht es natürlich beim Klassiker aus, dem Tango Argentino. Mit ihm verbinden wir auch modisch einige Richtlinien und Symbole.

Was ziehe ich also aus dem Kleiderschrank, wenn ich den Tangosalon besuche? Zunächst einmal scheinen die Geschlechterrollen strikt getrennt zu sein: Die Frau trägt ein knappes, meist schwarzes Kleid, das gerne auch am Rücken frei sein kann und so die sinnliche Seite des weiblichen Rückens – ganz nach dem Motto: Ein schöner Rücken kann auch entzücken! – betont. Das Bild des typischen Tangotänzers, am besten noch mit roter Rose zwischen den sinnlichen Lippen, wird bestimmt vom schwarzen Anzug, weißer Bluse und glänzenden Schuhen, mit denen eine heiße Sohle aufs Parkett gelegt werden kann. Auf gar keinen Fall fehlen darf der lässige, meist ebenfalls schwarze Hut und das weiße oder bunte Einstecktuch, das den Gentleman von Welt bereits von Weitem für die Damenwelt kennzeichnet. Ganz so steif wie das Klischee vermuten lässt, sind die Geschlechterrollen beim Tango aber gar nicht festgelegt. In den Armenvierteln Buenos Aires tanzten sogar oft zwei Männer diesen sinnlichen Tanz – nicht nur weil in den zwielichtigen Milieus Frauenmangel herrschte. Wer also mit diesen Geschlechterrollen spielen möchte, kann sich auch als Frau gerne den zweiteiligen Anzug oder schicken Blazer aus dem Schrank holen und ihn zu hohen Schuhen kombinieren – das kann manchmal besonders sexy wirken.

Tango Kleid

Tangokleid

Wer doch lieber nicht auf sein schönes Kleid oder den schwingenden, bequemen Rock verzichten möchte, der sollte sich an eine Regel halten: Die Tangokleider sind meist knielang, manchmal variieren auch sie in der Länge. Der Tangorock lässt aber immer genügend Beinfreiheit, was den Vorteil hat, das die Frauenwelt ihre wunderschönen Beine während des Tanzes so richtig zur Geltung bringen kann. Wer nicht auf das „Kleine Schwarze“ zurückgreifen möchte und es etwas bunter mag, dem sind keine Grenzen gesetzt. Klassisch kann auch ein rotes Kleid, rückenfrei oder mit Fetzen am Saum, angezogen werden. Abgerundet wird der Look mit zurückgegelten Haaren, die im Dut zusammengefasst werden und zur Verzierung gerne eine Blume angesteckt bekommen dürfen. Wer auf einen Rock zurückgreift, muss sich natürlich noch Gedanken um das passende Oberteil machen: Von Spitze bis gerafften Ärmeln sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Hauptsache es passt, ist bequem und gefällt. So kann man mit dem berühmten Tangovater Carlos Gardel im Ohr durch die Straßen swingen oder im Tanzsalon sinnlich verführen.

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