Style-Battle – Deutschland vs. USA

Hand auf’s Herz, wenn man an große Modenationen denkt, in denen sich die Leute unglaublich stilvoll zu kleiden wissen, hat man nicht unbedingt als erstes Deutschland oder die USA im Sinn. Vielmehr denkt man an Länder wie Italien, Frankreich oder England. Gerade deshalb ist es aber interessant mal zu untersuchen, welche der beiden oft als stillos gebrandmarkten Nationen die Nase in Sachen Modegespür die Nase vorn hat. Wer hat also mehr Style? – die Amis, oder die Deutschen? Fünf Runden, fünf Kategorien, eine Antwort. Los geht’s!

Runde 1: Alltagsklamotte

Wer einmal in Amerika war, wird sich sicherlich noch gut an den ersten Schock erinnern, der einen einholte, als man gut gelaunt aus dem Flieger stieg und sich die Menschen ansah. Man erwartete gut gestylte, hübsche Menschen, die unglaublich viel Wert auf ihr Äußeres legen und bekam ungeschminkte Frauen in Trainingsanzügen, Schlabberklamotte und Turnschuhen. In den USA wird es nämlich nicht als nötig erachtet, sich in der Öffentlichkeit anders zu kleiden, als auf dem heimischen Sofa. Sprich: Kapuzenpullis des diverser Collegeteams, dazu ein paar graue Stoffhosen – fertig ist das Outfit. Die Deutschen sind da anders. Auch wenn es vermessen ist, den deutschen Alltagslook als besonders stilvoll zu bezeichnen, so achtet man hier schon auf eine gewisse Etikette. Bedeutet: Ein paar Jeans, Sneakers, Ballerinas oder Herrenschuhe und ein gut sitzendes Oberteil. Schlabberklamotte wird – wenn überhaupt – meist aus Streetwear-Vorliebe getragen und nicht aus bloßem Wohlfühlfaktor. Der erste Punkt geht damit ganz klar nach Deutschland!

Runde 2: Ausgeh-Klamotte

Wenn es nachts in den Club geht, scheinen Amerikaner jedoch plötzlich eine seltsame Transformation durchzumachen: Vom Graue-Maus Outfit zum Sexmonster! Und Sexmonster ist durchaus wortwörtlich zu verstehen, denn ganz offensichtlich ist hier alles akzeptiert, was schon ziemlich deutlich in Richtung Prostituierten-Look geht. So viel Hintern und Hupen wie möglich zu zeigen scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein. Im Vergleich dazu wirkt das eigentlich nicht als bieder bekannte deutsche Partyvolk schon fast prüde, und das obwohl auch hierzulande gerne mal etwas mehr Haut gezeigt wird. Doch gegen die Amis kommt man hier nicht an. Etwas stilvoller hätte es aber schon sein können. Aber wie wir wissen, die USA sind nun mal das Land der Extreme und so scheint es zwischen über-freizügig und über-schlabberig nicht viel zu geben. Deshalb geht auch dieser Punkt an Deutschland.

Runde 3: Der Trendsetter-Faktor

Auch wenn man amerikanischer Mode gerade in den letzten Jahren zunehmend die europäischen Einflüsse ansieht (Stichwort Nerd-Look, Hipster-Fashion), so ist es unverkennbar, dass die meisten Modetrends noch immer aus den USA zu uns kommen, anstatt umgekehrt. Vermutlich ist hier der Vorteil in den Extremen der Amis erkennbar. Der Mut, neue Wege einzuschlagen und modische Wagnisse einzugehen wird meist von verrückten Amerikanern aufgebracht und dann einige Zeit später von den Deutschen übernommen – so war es mit dem Baggys, so war es mit den Basketballsneakers und so war es auch mit solch zweifelhaften Sachen wie UGG-Boots. Daher geht dieser Punkt ganz klar an die USA.

UGG Boots

UGG Boots

Runde 4: Mode der Stars

Wie kleiden sich aber die Promis in den beiden Ländern? Für Deutschland gibt es hier nur eine Antwort: Lang-weil-ig! Ganz ehrlich, bis irgendein GZSZ-Schnösel auf die Idee kommt, einen grauen Schal zu seinem Pullunder und Röhrenjeans auf dem roten Teppich zu tragen, ist der Trend bei unseren Freunden in Hollywood schon längst wieder vorbei. Zudem werden in den USA aus Filmstars und Musikern echte Modeikonen, was man in Deutschland eher weniger vorfindet: Kanye West designt für Louis Vuitton, Ivonne Catterfeld für Deichmann. Muss man noch mehr sagen? Schande über das deutsche Haupt – auch dieser Punkt geht in die Vereinigten Staaten.

Runde 5: Die Kreativen der Modeszene

Doch wie ist es um die hiesigen Modeschöpfer bestellt? – Sehr gut muss man sagen, denn gerade in letzter Zeit sind Kollektionen deutscher Jungdesigner wieder vermehrt auf dem internationalen Parkett gefragt. Labels und Designer wie Wunderkind, C’est Tout oder Gabriele Strehle haben sich in kurzer Zeit eine hohe Reputation erarbeitet. Daneben haben wir seit Jahrzehnten erfolgreiche Fashion-Exportschlager wie Karl Lagerfeld oder Hugo Boss im Repertoire. Damit kann man sich selbst gegenüber der amerikanischen Übermacht sehen lassen. Klar – hier gibt es zwar noch viel mehr große Namen (von Michael Kors über Tommy Hilfiger bis hin zu Marc Jacobs), gemessen an der reinen Größe der Modeszene, sind die deutschen jedoch verhältnismäßig gut aufgestellt. Den Punkt müssen sich daher beide Nationen teilen.

Das Endergebnis

Ein klares Unentschieden. Kaum zu glauben aber wahr! Die Amis haben, was High-Fashion angeht, Trendsetter- und Promi-mäßig sicherlich die Nase vorn. Dafür glänzen wir hierzulande mit dem besseren Alltagslook und der stilvolleren Club-Kluft. Nun kann sich jeder selbst überlegen, welchem Bereich er hier die größere Gewichtung zuschreibt. Rein objektiv steht jedoch fest – Deutschland und USA sind stylemäßig auf Augenhöhe, basta!

Eine Antwort

  1. ralph

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