Rückblick: Stella McCartney für H&M 2005


Der Name McCartney wird wohl die ein oder andere Klingel zum schellen bringen. Die Tochter von Ex-Beatle Paul McCartney begann bereits in jungen Jahren ihre Laufbahn als Modeschöpferin. Früher herrschte ihr gegenüber Ressentiment. Viele Kritiker dachten, die Designerin habe die Popularität ihrer Pret-à-Porter Kollektionen lediglich ihrem Namen zu verdanken – damit hatten sie natürlich unrecht. Mittlerweile hat Stella McCartney den British Fashion Award gewonnen, ihre Kollektionen verkaufen sich fantastisch und Flagship-Stores der Marke finden sich in New York, London oder Los Angeles.

H&M + Stardesigner = ein Erfolgsrezept

Es war im Jahre 2005 als schließlich eine Zusammenarbeit mit der schwedischen Modefirma H&M zustande kam. Schon 2004 hatte H&M eine Kollaboration mit der Modeikone Karl Lagerfeld in die Wege geleitet. Die Kollektion verkaufte sich nicht nur in Deutschland im Sturm, jeder H&M-Laden, der Lagerfelds Stücke anbot, war in kürzester Zeit leer gekauft. Zwar hatten Karl Lagerfeld und H&M danach einen Disput über die Verkaufsstrategie der Kollektion, was darin mündete, dass Lagerfeld nie mehr ein solches massentaugliches Projekt unternehmen wollte. Der Modegigant H&M schien sich daran aber weniger zu stören. Nicht anders ist es zu erklären, dass Stella McCartney für die Herbst/Winter Kollektion 2005 angefragt wurde. Sicherlich war dies nicht nur der Versuch von H&M, den Absatz in Großbritannien zu steigern, wo Stella McCartney bereits einen großen Namen hatte – Nein: H&M war fest von den Fähigkeiten der Designerin McCartney überzeugt.

Der Look – wer wagt, gewinnt

Margareta van den Bosch, ihres Zeichens Head of Design bei H&M formulierte, dass McCartney zu ihren persönlichen Favoriten zählt und leicht zu tragende, feminine und stylische Mode kreiert. Van Den Bosch sollte damit Recht behalten. Die Kollektion für H&M bestand genau aus diesen Elementen. Enge Jeans mit stylischen Details, sexy Tops und weibliche Abendgarderobe waren Kern der Kollektion. Schlecht schnitten – wohl auch der Jahreszeit geschuldet – die Kristall besetzten Bikinis ab. Die dunklen Jacken mit schmalem Gürtel passten schon besser in den November und funktionierten perfekt zu den knielangen Röcken oder eng geschnittenen Jeans der Kollektion. Eigentlich der perfekte Look für die Universität oder um in die Arbeit zu gehen. Das Satinblouson war ein weiteres Highlight. Zusammen mit Rock oder Jeans, kombiniert mit Accessoires wie Schals oder langen Ketten, eroberte dieses Stück die Herzen der Frauen im Sturm. Auch die Trenchcoats, die etwas aufgeplustert daher kamen, kurz waren und zusammen mit dunklen Strumpfhosen und Highheels einen Look kreierten, der schon fast zu sexy für die Straße war, stachen ins Auge.

Aber für diese Kollektion fanden die Kritiker nicht nur lobende Worte. Vor allem die langärmeligen Oberteile wurden hart gerügt. Sie seien zu „einfach“ gewesen, würden „billig“ aussehen und sogar „schlapp“ hängen. Die Präsentation der Mode und die Promo-Party seien zudem auffallender gewesen als viele Stücke der Kollektion. Noch weiter reichten die Vorwürfe anderer Modekritiker. Die Kleider würden den Stil von „Kittelschürzen“ haben und eine Low-Budged-Version von dem sein, was McCartney eigentlich auf Lager hätte. Auf diese Kritik muss man zum einen antworten, dass tragbare, weiter geschnittene Stücke, mit dem „normalen“ H&M- Kunden kompatibler sind (Vor allem nach der Kritik an der Lagerfeld- Kollektion) und zum anderen, dass Pret-à-Porter, so wie sie in den Ateliers einzeln angefertigt wird, tatsächlich nicht mit Kollektionen „von der Stange“ vergleichbar ist. Es ist eine Illusion zu glauben, dass T-Shirts für 15 Euro das Stück die Qualität eines handgemachten Oberteils für den zehnfachen Preis haben könnten. Das mag dem ein oder anderen vielleicht nicht schmecken, es ist aber eine Realität, der wir uns alle stellen müssen.

Letztendlich war Stella McCartneys Kollektion super erfolgreich und in den Läden fast genauso schnell vergriffen wie einst die Linie von Lagerfeld. So schlecht kann das Endresultat dann also doch nicht gewesen sein.

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  1. Stefanie

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