Nerdtum auf einem neuen Level – der Sheldon Cooper-Stil


Moderne US-Fernsehserien erfüllen neben reiner Unterhaltung auch noch ganz andere Zwecke, als man zunächst denken man. Immer häufiger sind die Charaktere aus Two and a Half Men, How I Met Your Mother und co (ob gewollt oder ungewollt) auch Trendsetter, die maßgeblich gängige Modetrends beeinflussen oder sie zumindest widerspiegeln. Wie das bei Charlie Harper oder Barney Stinson funktioniert, haben wir euch bereits gezeigt. Doch auch die Nerds der Erfolgsserie The Big Bang Theory schmücken sich hin und wieder ein paar Style-Perlen. Auffällig ist vor allem der Kleidungsstil von Obernerd Dr. Sheldon Cooper.

Doch was genau zeichnet ihn aus?

Lohnt es sich, seinen Style zu kopieren? Und, wenn ja, nach welchen Stücken sollte man sich umsehen? Die nerdigste Rolle einer Fernsehserie ist gleichzeitig die mit dem höchsten Trendfaktor – es ist schon ein wenig ironisch, dass ausgerechnet Sheldon Cooper so etwas wie ein Trendsetter sein soll. Andererseits: in Zeiten, in denen ein Begriff wie „Nerd“ längst nicht mehr ausschließlich negativ konnotiert ist, sondern gleichzeitig für einen zeitgemäßen Kleidungsstil steht, ist das auch nicht mehr besonders verwunderlich.

Sheldon ist ein Spinner, ein Nerd, wie er im Buche steht: hyperintelligent, vertrottelt, immun gegen Ironie, trocken, aber irgendwie doch sympathisch. Entsprechend ist auch sein Kleidungsstil: Karierte Bademäntel, Schlappen, Jeans und Kargos mag man vielleicht noch irgendwo zwischen normal und unspektakulär bis leicht peinlich einordnen, doch diese sind nicht die entscheidenden Teile seiner Kleiderwahl – es sind vielmehr seine T-Shirts.

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Die meist mit einfachen Longsleeves kombinierten Stücke sind vor allem aufgrund ihrer auffälligen Prints echte Hingucker. So sind sie häufig – passend zu Sheldons Charakter – oft mit nerdigen Prints versehen: schmelzende Zauberwürfel, die stilisierte Evolution des Menschen zum Roboter oder einfache geometrische Figuren, explodieren Comuterbildschirme, 80er Jahre Videospiele und so weiter.

Andere Stücke werden wiederum von mehr oder weniger nichtssagenden, dafür umso verrückteren Motiven wie Vintage-Radios, noch mehr Robotern oder TV-Testbildern geziert. Am liebsten scheinen Sheldon jedoch jene Shirts mit den Bezügen auf bekannte Comics und Comic-Helden zu sein. Egal ob Superman, Aquaman, Green Lantern, die Justice League, Flash oder Batman – sie alle fanden sich früher oder später als Motiv auf einem von Sheldons ausgefallen Hemden.

Dass der Geek-Style bei den Fans der Serie sehr gut ankam, wurde spätestens dann klar, als immer mehr von ihnen sich gezielt auf die Suche nach den Shirts machten, die Sheldon in der Serie auf seinen schmalen Schultern trug. Der Run auf den Sheldon Cooper-Style erreichte dann schließlich seinen Höhepunkt, als vereinzelte Online-Händler damit begannen, die Sheldon-Shirts in ihren Shops zum Verkauf anzubieten.

So findet man heute auf Seiten wie SheldonShirts.com nahezu ALLE von Sheldon getragenen Nerd-Shirts aufgelistet und wahlweise nach Episode und Art des Motivs geordnet – samt den Links zum Onlinestore in welchem die Stücke schließlich verhökert werden. Das Geschäftsmodell scheint also zu funktionieren, denn schließlich wird für die Shirts ein Preis zwischen 20 und 30 Dollar verlangt.

Kurzum: Der Sheldon-Style ist in, denn er ist Teil von dem, was Viele dieser Generation verkörpern (wollen). Es ist ein unbestimmtes Dasein zwischen tiefgehender Intelligenz und oberflächlichem Stilbewusstsein, eine Vorliebe für Vintage-Unterhaltungselektronik (das „Astrosmash“ Shirt aus Folge 15, Staffel drei!) und ein etwas abseitiger, leicht realitätsferner Look, passend zu einem Leben, das sich mittlerweile mehr vor dem Bildschirm anstatt „draußen“ abspielt.

Man weiß nicht, ob man das alles ganz klasse finden kann oder doch eher beängstigend. Man kann den Look aber auch einfach als das nehmen, was er ist: unheimlich witzig. Insofern sagt das Style-Barometer: Wer schlappen und den ausdruckslosen Blick weglässt und sich stattdessen auf Longsleeves und T-Shirts konzentriert, der darf gerne beim fröhlichen Sheldon-Style nachahmen mitmachen. Eine Totalkopie des Styles ist jedoch eher weniger ratsam – es sei denn, man hat seinen ersten Doktortitel tatsächlich mit 17 abgelegt.

Eine Antwort

  1. YOLO

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