Das kleine ABC der beliebtesten Stoffarten – Teil 4

Modestoffe ABC – vierter Teil

Da sind wir wieder, mit dem vierten und letzten Teil unserer kleinen Serie, die sich mit den bekanntesten Stoffarten unseres Planeten auseinandersetzt. Nachdem wir festgehalten hatten, dass wir zwar jeden Tag mit unterschiedlichsten Stoffen konfrontiert werden, aber nur die wenigsten Menschen wissen, welcher Stoff sich durch welche Eigenschaften auszeichnet, hatten wir unsere Reise begonnen. Angefangen mit A wie Acryl hatten wir es im letzten Teil schließlich bis zu S wie Satin geschafft. In diesem Teil wollen wir uns mit den Eigenschaften von Seide beschäftigen und die Herstellung von Wolle unter die Lupe nehmen. Viel Spaß dabei!

Seide – beliebt, berühmt, berüchtigt, teuer

Seide gehört neben dem Filz zu den wahrscheinlich ältesten Stoffen überhaupt. Das liegt zum einen daran, dass die Urvölker Indiens und Chinas filigran und erfinderisch waren und auf die Idee kamen, den Seidenspinner zu züchten und andererseits sind es natürlich die geographischen und biologischen Voraussetzungen, die die Seidengewinnung möglich machten.
Einer Legende nach, wurde in China schon bis ins Jahre 3.000 vor Christus Seide verarbeitet. Und in der Tat, schafften es Wissenschaftler, diese Legende zu belegen. Durch Ausgrabungen wurde bekannt, dass bereits im Jahre 2.750 vor Christus in China Seide produziert wurde. Von Zentralasien verbreitete sich die Seide schließlich über den gesamten Nahen und Mittleren Osten, aber auch in den Maghreb und später nach Zentraleuropa. Die sogenannte Seidenstraße war dafür maßgeblich verantwortlich. Über sie handelten die Völker das teure Material und kamen obendrein politisch miteinander in Kontakt. Doch wie wird die edle Seide gewonnen? Es sind die Seidenraupen oder Seidenspinner, die dafür verantwortlich sind, dass wir Seide tragen können. Die Seidenraupen verpuppen sich, wobei ein Kokon entsteht. Dieser Kokon kann durch Einsatz von Techniken aufgetrennt und der Seidenfaden abgewickelt werden. Der Faden lässt sich schließlich zu flächigen Stücken weiterverarbeiten und für die Produktion von Textilien nutzen. Die meisten Stoffarten, die wir kennen, haben Seide zum Ursprung. Die Qualität der Seide, lässt sich anhand der Webverfahren unterscheiden. Die Anwendungsbereiche der Seide, sind aber noch wesentlich vielfältiger. Auch die Kosmetikindustrie nutzt Seide zur Herstellung von Schönheitsprodukten. Gerade diese Vielzahl an Möglichkeiten, Seide zu nutzen, macht sie so unnachahmlich und gefragt.

Daniel Hechter Kleid aus Seide

Kleid aus Seide

Trikot – reißfest und unverwüstlich

Trikot – wird sich jetzt der eine oder andere fragen – ist das nicht etwas, das ich zu Handball, Fußball oder Basketball anziehe? Da stimmt zwar, aber Trikot ist auch ein Stoff. Genauer gesagt bezeichnet man mit Trikot Stoffe, die sehr engmaschig sind. Dies macht sie besonders reißfest und elastisch. Auch die Leichtigkeit des Stoffes, macht es möglich, ihn beim Sport zu tragen.

Viskose – in vielen Bereichen des Lebens anzutreffen

Um Viskose herzustellen, braucht es zuerst einmal Zellstoff. Dieser ist das Naturmaterial, das beispielsweise aus Holz gewonnen wird. Zellstoff wird über viele verschiedene Etappen chemisch bearbeitet, bis er zur Viskose wird. Um es genauer zu sagen: der Zellstoff wird mit Chemikalien aufgekocht und die Cellulose isoliert. Sie wird wiederum mit Chemikalien zu Viskosebrei verarbeitet und dieser über feine Düsen in die Form von Garn gebracht. Viskose wird für die Herstellung von Textilien genauso genutzt, wie für die Herstellung von Alltagsgegenständen wie Tampons oder Putztüchern.

Wollstoff – toll in allen Jahreszeiten

Wollstoff besteht natürlich aus der Wolle, die wir von unterschiedlichen Tieren gewinnen. Im vorletzten Artikel hatten wir ja bereits Kaschmir und Angora erwähnt. Die Wolle ist abhängig vom Tier und unterschiedlich teuer, da sich die Pflege und die Vorkommen der Tiere unterscheiden. Wolle wird meist zu Garnen verarbeitet und dann durch unterschiedliche Verfahren weiterverarbeitet. Die bekanntesten Verfahren sind wahrscheinlich das Häkeln und Stricken. Beide sind übrigens wieder mega angesagt und haben ihren großmütterlichen „Charme“ weitestgehend verloren.

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