Das kleine ABC der beliebtesten Stoffarten Teil 2

Modestoffe ABC – zweiter Teil

Im letzten Artikel dieser kleinen Reihe, haben wir begonnen, das ABC der beliebtesten Stoffarten zu entwerfen. Gekommen waren wir bisher zu den Buchstaben A bis C und hatten herausgefunden, dass Angora weich und Canvas eher von der harten Sorte ist. Im Folgenden wollen wir unsere Reise durch das Reich der Stoffe fortsetzen und wünschen euch dabei viel Freude.

Denim – kennt eigentlich jeder – doch was ist es?

Denim ist natürlich einerseits so bekannt, weil Levi Strauss daraus die erste Jeans hergestellt hat. Zum anderen sind die Eigenschaften des Stoffes einfach sehr vielseitig und verschieden anwendbar. Denim ist besonders eng gewoben und dadurch überaus reißfest und bietet einen guten Schutz vor gefährlicher Strahlung, wie der UV-Strahlung. Doch wie wird Denim eigentlich hergestellt? Um Denim herzustellen, wird eine sogenannte Körperbindung genutzt. Sie gehört zu den Grundbindungsarten von Stoffen und zeichnet sich dadurch aus, dass sie schräg verläuft. Dadurch kommt dem Denim die eigentümliche Gewebestruktur zu, die wir von der Jeanshose kennen. Heute ist Denim mit Abstand einer der meistgenutzten Stoffe in der Textilbranche.

Levis Denim Jeans

Levi’s Denim Jeans

Enoa – kennt kaum jemand – kommt aber recht häufig vor.

Enoa ist ein sehr neuer Stoff, der aus Baumwolle und verschiedenen Kunstfasern wie Polyester und Polyamid besteht. Die Kombination dieser Fasern macht den Stoff sehr leicht, aber im selben Maße robust. Durch seine Robustheit wird Enoa auch häufig in der Möbelindustrie verwendet, um Bezüge herzustellen.

Filz – einer der ältesten Stoffe überhaupt

Filz ist einer der Stoffe, die schon von unseren Urahnen hergestellt wurde. Archäologische Funde belegen sogar, dass es in der Jungsteinzeit möglich war, Filz zu nutzen. Das einfache Pressen von Tierhaaren hatte zwar noch nichts mit unserem heutigen Filz zu tun, ist für diese Zeit aber beachtlich. Auch die Völker des Orients und des fernen Asiens waren geschickt in der Herstellung von Filz und egal ob Römer oder Griechen – sie alle nutzten den praktischen Stoff. Besonders die einfache Art der Verarbeitung von vorhandenen Naturprodukten, ermöglichte es unseren Vorfahren, zu Filzen. Eigentlich musste nur heißes Wasser und Seife auf die Tierhäute aufgetragen werden. Das nasse Haar wurde anschließend ordentlich durchgewalkt. Dadurch verkeilten sich die Haare so stark, dass sie nicht mehr trennbar waren – es entsteht ein Filz. Die Eigenschaften des fertigen Stoffes sind sehr verschieden. Zum einen hält Filz sehr warm und kann Feuchtigkeit abweisen, zum anderen wird er sogar zur Schalldämmung eingesetzt und für den Brandschutz. Filz findet außerdem Anwendung in unterschiedlichen Zweigen der Technik.

Jersey – wunderbar weich…

…Aber Jersey ist nicht nur sehr weich, sondern zugleich überaus elastisch. Jersey gibt es in ganz vielen verschiedenen Varianten und ist daher in Untergruppen kategorisiert worden. Zu diesen Untergruppen gehören Single-Jersey, Double-Jersey, Interlock-Jersey, Jacquard-Jersey und Cloque-Jersey. Seinen Namen hat der Stoff sehr wahrscheinlich von seinem Ursprungsort erhalten: der Insel Jersey. Jersey wird heute zur Produktion von Tüchern, Shirts und Bettwäsche verwendet. Für das Verarbeiten von Jersey werden übrigens spezielle Nadeln genutzt, damit die Struktur des Stoffes während der Produktion nicht beschädigt wird. Am bekanntesten ist die Verwendung des Stoffes bei den Jersey-Kleidern.

Kaschmir – absolut edel

Jeder, der schon einmal einen Schal aus 100% Kaschmir getragen hat, wird mir zustimmen, dass dieser Stoff einfach das Nonplusultra ist. Kaschmir kommt – wie der Name schon sagt – aus der nordindischen Provinz Kaschmir. Kaschmirwolle wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege geschoren und ist besonders weich und leicht. Kaschmir ist aufgrund seiner schwierigen Herstellung und der eher kleinen Mengen an Kaschmirwolle, die jedes Jahr produziert werden, sehr teuer. Die Qualität der Stücke spricht allerdings fürs sich. Sie sind nicht nur anschmiegsam und auf der Haut kaum zu fühlen, sondern zugleich reißfest.

Antworten