Das kleine ABC der beliebtesten Stoffarten Teil 1

Ohne die verschiedenen großartigen Stoffe, die heutzutage hergestellt werden, wäre es schlichtweg nicht möglich, eine so vielfältige Mode anzubieten. Wir alle sind jeden Tag mit den unterschiedlichsten Stoffen konfrontiert – egal ob beim morgendlichen Anziehen, dem Begrüßen der Arbeitskollegen oder beim Sport. Eigentlich merkwürdig, dass wir trotzdem so wenig Ahnung davon haben, welche Stoffe uns im Alltag begegnen. In diesem Artikelreihe wollen wir ein kleines ABC der Stoffarten entwerfen, das es euch in Zukunft ermöglichen soll, Stoffe besser zu erkennen. Natürlich kann man an dieser Stelle nicht jeden Stoff auflisten, der jemals produziert wurde – wir wünschen euch aber dennoch viel Spaß auf dieser kleinen Reise.

Acryl – überall und wenig registriert

Wir beginnen natürlich mit dem Buchstaben A. Acryl ist ein Stoff, der uns eigentlich überall begegnet. Er wird synthetisch hergestellt und hat eine Struktur, die am ehesten der von Wolle ähnelt. Deshalb werden Acryl und Wolle häufig gemischt, um daraus Kleidung oder Outdoorzubehör herzustellen.

Angora – ziemlich edel, ziemlich umstritten

Angorastoffe werden nicht – wie oft gedacht – von Ziegen gewonnen, sondern vom durchaus lustig aussehenden Angorakaninchen. Die Haare des Tieres werden schließlich weiterverarbeitet und sind am Ende unglaublich weich und fühlen sich fantastisch an. Angora wird für Pullover genauso verwendet wie für Schals und Damenstrumpfhosen. Übrigens ist die Verarbeitung der Textilfaser nicht ganz unumstritten, denn schon seit Jahren machen sich Tierschützer für bessere Haltebedingungen von Angorakaninchen stark.

Angora Pullover

Dieser Pullover von Etro besteht zu 80% aus Angora.

Baumwolle – überall und immer

Baumwolle ist ein omnipräsenter Stoff. Es gibt eigentlich niemanden, der am Tage nicht wenigstens ein Kleidungsstück aus Baumwolle trägt. Grundlage für die Herstellung der Fasern ist natürlich die Baumwollpflanze. Die Eigenschaften des Stoffes sind es, die ihn so vielseitig einsetzbar machen und ihn in der Mode zum Dauerbrenner werden ließen. Baumwolle ist saugfähig und lässt sich industriell leicht weiterverarbeiten. Dadurch kann eine große Palette an Produktion relativ günstig hergestellt werden. Baumwoll-T-Shirts lassen sich beispielsweise sehr leicht färben und bedrucken und sind damit auch für den Endverbraucher erschwinglich. Baumwolle findet aber auch in der Medizin Anwendung oder zur Unterstützung technischer Verfahren in der Industrie.

Brokat – eigentlich kaum noch vertreten

Brokat galt und gilt weltweit zu den teuersten Stoffen. Es ist sehr schwer, weil bei Brokat Silber und Gold in den Stoff verwoben werden. Häufig ist der Stoff reich verziert und wundervoll bestickt. Gewänder aus Brokat sind heute nur noch sehr selten zu sehen. Wenn überhaupt, dann finden wir Brokat in Designerkollektionen oder bei besonders alten Möbeln. Wenn wir einige Jahrhunderte zurückreisen könnten und uns in einem alten Adelshaus befinden würden, dann würden wir allerdings reichlich Brokatgewänder zu sehen bekönnen – der Stoff war bei Adligen nämlich der letzte Schrei.

Canvas – hört man oft, kennen nur wenige

Canvas ist ein Begriff, den schon jeder einmal benutzt hat. Doch was ist das eigentlich? Canvas ist ein Stoff, der aus Baumwolle besteht und eine sehr grobe Struktur besitzt. Genutzt wird Canvas um grobe und großflächige Tücher herzustellen. Canvas ist übrigens auch der englische Begriff für Leinwand.

Cord – eigentlich immer in Mode

Cord wird hergestellt, in dem man bestimmte Webtechniken benutzt. Durch diese Techniken ist es möglich, sogenannte breite oder schmale Rippe zu erzeugen. Je nachdem wie breit die Rippen sind, bekommt der Cord unterschiedliche Bezeichnungen. Am häufigsten unterscheidet man zwischen Feincord, Mittelcord und Breitcord. Der Cord hatte besonders in den 60s und 70s des letzten Jahrhunderts seine absolute Blütezeit. Egal ob Cordhose mit Schlag oder das Sakko aus Cord – alles musste aus Cord sein. Heute wird Cord von trendigen jungen Leuten, die Retro-Looks lieben, getragen. Von anderen wird der Cord als „Alter-Opa-Stoff“ gegeißelt. Wahrscheinlich liegt die Schönheit hier im Auge des Betrachters.

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