Im Minirock zum ersten Date?

Ein Stofffetzen auf dem Prüfstand.

Es ist Frühling und Frühling ist die Zeit, wo viele Frauen gerne mal einem modischen Fehlschluss auf den Leim gehen: Sie kleiden sich extrem knapp, weil sie meinen, sie würden dann sexy aussehen, wirken aber leider nur billig. Getreu dem Motto „Je kürzer desto besser“ werden die knappsten Miniröcke aus dem Schrank gekramt, „Tops“ benutzt, die eher der Kategorie Bikinioberteil zuzuordnen sind und allerhand andere modische Kapitalverbrechen begangen.

Dabei scheint es für die modebewusste Damenwelt doch so einfach, sich den wärmeren Temperaturen gerecht zu kleiden. Kein Mann (und keine Frau, es sei denn vielleicht Alice Schwarzer) hat etwas gegen ein bisschen mehr Ausschnitt, oder den frechen Minirock, der ein bisschen weiter über den Knien endet. Nur sollte man eben die Grenze kennen.

Miniröcke

Eine Auswahl an Miniröcken

Dass es nämlich schnell ins Billige abrutschen kann und im Handumdrehen das Blut der Männer nicht in Wallungen, sondern eher zum Gefrieren bringt, ist nicht nur denkbar, sondern quasi statistisch erwiesen. Wie die Cosmopolitan nämlich kürzlich berichtete, belegt eine gemeinsame Umfrage des Kontaktnetzwerks eDarling und dem Online Modehaus Zalando, dass der allzu knappe Frühlingslook durchaus mit Vorsicht zu genießen ist. So gibt es für immerhin ein Drittel von den rund 5000 befragten Männern eine Grenze, was die Länge (bzw. Kürze) des Minirocks angeht. Auch die Frage danach, ob es Teile gebe, die eindeutig zu kurz sind und somit zu viel zeigen, wurde von einem Drittel eindeutig bejaht. Nichtsdestotrotz haben sich jedoch 38 Prozent der Männer explizit für kurze Röcke ausgesprochen – ganz immun gegen weibliche Reize scheint die Männerwelt also doch noch nicht zu sein.

Und dennoch zeigen die Ergebnisse, dass gewisse Grenzen oftmals durchaus erwünscht sind. Dass ein sexy Look seinen Reiz verliert, wenn er kein Limit kennt und ewig durchexerziert wird, davon durfte sich die Fernsehnation Deutschland vor nicht allzu langer Zeit bei der RTL-Dschungelcampbewohnerin und „Nackt DJane“ Micaela Schäfer überzeugen. Diese zeigte sich im australischen Busch und eigentlich auch bei sämtlichen anderen öffentlichen Auftritten permanent knapp bekleidet. Ihr ständiges Abhängen oben ohne verstand Frau Schäfer vielleicht als sexy – insgeheim musste sich die Männerwelt jedoch eingestehen: Nie war es langweiliger, nackte Damenhaut zu sehen.

Dass modische Ausfälle wie ihr Boratstring, Nippel-Pasties oder ähnliches Fauxpas‘ vom gemeinen Fußvolk diesen Sommer in den Straßen und Parks kopiert werden, ist zwar eher nicht zu erwarten, dass zu viel Haut den Look eher zerstören als aufpolieren kann, gilt aber für kurze Röcke und Hotpants genauso. Wie so oft ist aber auch hier zwischen den einzelnen Anlässen zu unterscheiden. Natürlich geht es nicht darum, künftig am Strand in Daunenjacke zu liegen, und im Biergarten mit Skihose zu sitzen, das ist klar. Dass man aber morgens im Büro im Tanga erscheinen darf, sollte aber eigentlich ebenso einleuchtend sein, selbst wenn das Thermometer morgens um halb neun bereits 25 Grad anzeigt. Dem Anlass entsprechend gekleidet zu sein, ist wie so oft die Kunst, die es zu beherrschen gilt.

Wer abends Beachparties besucht, ist im knappen Bikinioutfit wahrscheinlich in bester Gesellschaft und würde höchstens von prüden Hexen abfällig beäugt werden – hier ist weniger eindeutig mehr. Im Restaurant hingegen darf man aber ruhig hochgeschlossen erscheinen. Normalerweise hat die stilsichere Dame ohnehin ein Gespür dafür, in welcher Situation sie sich offenherziger und wann sie sich etwas zurückhaltender zu kleiden hat. Denn wer sich in seiner Haut wohl fühlt, muss über den passenden Ausschnitt auch nicht allzu lange nachdenken. Und der Fairness halber sollte noch angemerkt werden, dass auch die Herren der Schöpfung auch nicht gerade unpeinlich sind, wenn sie ihre Klappergestell-Körper (oder ihre aufgepumpten Muskelbodys) oben ohne in der Fußgängerzone präsentieren müssen. Insofern, pick the right dress for the right moment!

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