Ist der Air Force One out? Der Klassiker im Jahr 2013

Nike Air Force One

Trotz Hype des Air Jordans gibt es noch immer unzählige Varianten des Nike Air Force 1

Wer in diesen Tagen mit seinen Sneakers was hermachen will, der greift vor allem zu Modellen mit viel Stoff: So sind etwa Vans Lo Pros oder Chucks derzeit das absolute Nonplusultra. Wenn es etwas sportlicher sein soll, sind ausgewählte Jordan-Modelle oder Air Max natürlich noch das Nonplusultra. Auffällig selten bis gar nicht sieht man derzeit jedoch den Air Force One in den Straßen. Zu Recht fragen die Sneakerkenner, ob das Klassikermodell im Jahr 2013 zwischen Vans, Jordans und Adidas Originals noch seine Daseinsberechtigung hat. Wie konnte das passieren?

Sind die Zeiten des eines der erfolgreichsten Sneakermodelle etwa vorbei?

Es muss ein schleichender Prozess gewesen sein, in dem die guten alten Air Forces ihre Relevanz verloren haben. Schritt für Schritt verschwanden sie aus dem öffentlichen Bewusstsein der Sneaker-Nerds. Jemanden heute noch mit den „AF1ern“ zu sehen, grenzt in einigen Szenevierteln schon fast an ein Wunder. – Na ja, ganz so schlimm ist es vielleicht noch nicht. Fakt ist aber, dass die Zahl der Air Force Ones im öffentlichem Raum in den letzten Jahren ziemlich stark ausgedünnt wurde. Zu klobig scheint ihr Schnitt, zu monströs ihre Sohle, um sich in einen federleichten Look aus angesagten Skinny-Jeans und locker-flockigen Tank Tops einzugliedern. Air Forces wirken wie der 2007er Klotz, der unten am Outfit des 2013er Style-Menschen hängt.

Mit einem Paar filigran geschnittenen Lo Pros oder All Stars hat man solche Probleme hingegen nicht zu beklagen.  Diese wirken ungleich geschmeidiger, vielleicht auf etwas unauffälliger und sind daher momentan extrem beliebt. Ein scheinbarer Widerspruch scheint zu sein, dass aber diverse Jordan-Modelle momentan ebenfalls ihren zweiten Frühling erleben. Dass Jordans – obwohl sie in ihrer Klobigkeit den AF1ern nahekommen – im Gegensatz zu diesen derzeit aber trotzdem ein echter Kassenschlager sind, ist ein Mysterium. Vielleicht mag es in der Exklusivität begründet liegen, vielleicht geben Leute lieber 200 Euro als 85 Kröten für ein Paar Sneakers aus – who knows. Fakt ist: Jordans laufen Spitze, Air Forces eher weniger.


Halten wir fest: Ja, der Air Force One hat schon einmal bessere Zeiten erlebt. Ja, man sieht ihn momentan eher selten und belächelt seine Supporter als wären sie in der Zeit hängen geblieben. Ja, für die Kids ist das erhabene „Air“ an der Sohle weniger wert, als das Vans-Schildchen an der Naht. ABER – und da gibt es nichts zu diskutieren – wenn man geschickt vorgeht, können AF1 sehr wohl Teil eines zeitgemäßen und ansprechenden Outfits sein, auch im Jahr 2013. Der einfache Grund: Es gibt sie in so vielen unzähligen Special Editions, Farbgebungen und Mustern, dass man immer mindestens EIN Modell findet, das man zu seinem Outfit tragen kann.

Die Bandbreite an unterschiedlichsten Air Force Ones, angefangen beim traditionellem all-white über klassische Farben von Royal über Grün und Rot bis hin zu Schlangenleder- oder Camouflage-Optionen, ermöglicht es, freshe Kicks zu JEDEM Look zu finden. So mögen sie vielleicht der untrendigste Part eines trendigen Outfits sein, doch sie eignen sich aber immerhin, um sich farbmäßig perfekt darin einzugliedern. So richtig out können Air Forces sowieso nicht sein – dafür ist ihr Status als Sneaker-Klassiker zu tief im Stein der Sneaker-Historie eingemeißelt. Wann aber nun genau der Zeitpunkt sein wird, wenn die AF1er wieder auf einer Höhe mit Chucks, Jordans und co stehen, das wird die Zukunft zeigen. Bis dahin ein kleiner Tipp, für alle, die trotzdem zu Air Forces greifen wollen: Wenn, dann bitte zu High Tops greifen. Die können Nicht-Sneaker-Kenner wenigstens noch mit den Jordan 1ern verwechseln…

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