In oder out? – Daunenjacken im Stylecheck

Moncler Daunenjacken
Gesehen auf Luisa Via Roma
Sie waren im letzten Jahr der absolute Renner bei sämtlichen Jungs und Mädels: glänzende Daunenjacken von Moncler und all den anderen Marken, die den Trend erkannten und für sich nutzten. Die Teile wurden so oft kopiert bis der Markt von den Glitzerjäckchen und –Westen völlig überschwemmt war. Natürlich fragt sich der echte Modekenner, was er davon halten soll. Ist das nun ein akzeptabel? Ist die Daunenjacke endgültig zurück? Oder ist sie so sehr zurück, dass der Trend eigentlich schon längst wieder vorbei ist? Das Shoppl Style-Diktat sagt dazu ganz klar: Kommt drauf an…

Mit der Glanzdaunenjacke wie dem Modell Moncler Acorus lief es so, wie es heute eben läuft mit Fashion Trends, die ins unermessliche gehypet werden. Sie kommen irgendwann ganz plötzlich, werden von ein paar Stars stolz getragen (Außentemperatur zweitrangig, gerne auch bei 20 Grad mit T-Shirt drunter) und kurze Zeit darauf von jedem Pimkie in der Fußgängerzone angeboten. Das Preisgefälle ist dabei gewaltig. Während das Moncler Modell selten für unter 400 Euro zu haben ist, schmeißen einem die großen Ketten die Fakes teilweise für nen Zwanni hinterher. Die logische Folge: jeder, aber auch wirklich JEDER noch so liebenswerte Mitten im Leben-Kandidat präsentiert sich auf einmal in vermeintlich schicken Daunenjacken, weil dieser Kay One das eben in seinem Video auch so gemacht hat.

Die ganze Geschichte erreichte ihren traurigen Höhepunkt etwa im Herbst 2011, wo man die Teile einfach nicht mehr sehen konnte, mal ganz abgesehen davon, dass sie vom Look her ohnehin schon… naja, grenzwertig waren. Aber mal davon abgesehen, gab und gibt es gegen die gute alte Daunenjacke eigentlich gar nicht so viel einzuwenden. Wenn man nicht gerade das absolute Billigteil wählt, hält sie angenehm warm und kann richtig schick sein.

Prinzipiell kann man sagen, dass das gewählte Teil in jedem Fall nicht zu dick oder klobig sein sollte. Das Parka-Modell eignet sich nur für ganz hartgesottene Bewusst-Gegen-den-Trend-Gänger oder Leute, die viel zu kaschieren haben. Und selbst (bzw. gerade) dann blähen sie den Körper nur unnötig auf und man wird in der Fußgängerzone schnell mit dem Michelinmännchen verwechselt, dem die Passanten beim Entgegenkommen panisch ausweichen, weil sie Angst haben gleich einen Flyer für günstige Autoreifen in die Hand gedrückt zu bekommen. Zudem halten sie nicht zwangsweise wärmer als eine etwas teurere, aber schmalere Variante.

Besser beraten ist man da mit einer schmal geschnittenen, eng am Körper anliegenden Variante. Glanz hingegen ist so was von 2010/2011, dass man darauf definitiv verzichten kann. Stattdessen sollte man lieber wieder auf matt setzen. Dann kann man im Übrigen auch auf das sündhaft teure 500 Euro-Modell verzichten, denn mehr als den typisch metallischen Glanz hatten die Moncler-Jacken auch nicht zu bieten, um sich von den anderen Marken abzuheben.

In der Regel geht es bei Jacken nicht nur um den Look sondern auch um Funktionalität. Wer hier spart, spart auf jeden Fall an der falschen Stelle. Eine ordentliche Daunenjacke sollte man sich ruhig ein paar Euros mehr kosten lassen, dann hält sie auch in kühlen Frühlings- und Herbstnächten noch richtig warm. Im besten Fall sieht sie natürlich auch noch gut aus. Dabei hat der modische Freigeist farblich eigentlich freie Wahl. Der Styleking achtet natürlich wie immer darauf, dass das Jäckchen mit Mütze, Handschuhen und dem Schuhwerk matcht und wählt entsprechend farblich passende Stücke. Wer Krösus ist, kauft jeweils ein Modell in einer knalligen und einer gemäßigten Farbe und hat damit zu unterschiedlichen Outfits die passende Jacke. Besser ausgestattet kann man wirklich nicht sein.

Fassen wir die Fakten zusammen: Wer sich 2012 noch im Daunenlook präsentieren will, kann das durchaus tun, sofern er die drei magischen Grundregeln einhält. Erstens: einen schmalen Schnitt wählen und damit den Michelinmann-Look vermeiden. Zweitens: bloß nicht zum Glanzmodell greifen, denn das ist im Original zu teuer und so oder so längst out. Drittens: ein bisschen mehr Geld auf den Tisch legen, um auch Qualitätsware zu bekommen, die auch wirklich warm hält. Dann muss man sich im Übrigen auch keine Sorgen machen, dass das gute Stück im nächsten Winter wieder out ist, denn die Daunenjacke im traditionellen Look ist garantiert zeitlos und immer ein Hingucker.

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