Le monopole – wie französische Mode die Welt beherrscht

Es ist ein mehr oder weniger unbestrittener Fakt: Wer an Mode denkt, der denkt an Französische Mode. Wer an die gehobene Mode denkt, denkt an Paris. Denkt an die Fashionshows, mit den spindeldürren und doch irgendwie bildhübschen französischen Mädchen. Man denkt an Französinnen und Franzosen, die scheinbar gar nicht fähig sind, sich schlecht zu kleiden. Die selbst dann das richtige Outfit picken, wenn sie blind in den Kleiderschrank greifen. Man denkt an Chanel. Man denkt an Louis Vuitton. Man denkt an Dior. Man denkt an all die großen Designer, die diesem Land entsprungen sind, und an alle anderen aus der ganzen Welt, die sich an ihnen messen wollen. Selten schaffen sie es. Und wenn, dann meistens nur, indem ihren Sitz nach Frankreich verlagern. Frankreich – das Zentrum der Modewelt. Ein Ort, wo Stil und guter Geschmack einem scheinbar in die Wiege gelegt werden.

Auch Kay One macht das französische Label Louis Vuitton zum Thema seines neuesten Songs

Was macht den französischen Modestil aus?

Einen modischer Kniff, den die Bloggerin Mattie Roberts vor Jahren mal als „typisch französisch“ brandmarkte ist so einfach, wie effektiv und stellt relativ plastisch dar, wie faszinierend leicht französischer Chic eigentlich zu erreichen ist. Sie erkannte das „French Fashion Paradox“ darin, dass mindestens ein Teil des Outfits ein bisschen aus der Reihe fällt. Wenn etwa zum kleinen Schwarzen sich farblich abhebende Schuhe in Gelb oder Rot getragen werden. Oder ein farblich abgestimmter Dress mit einem auf den ersten Blick unpassenden Schal kombiniert wird. Natürlich handelt es sich hierbei nur um ein ganz banales Beispiel französischen Modestils. Dennoch zeigt es ganz gut, wie mit einfachen Mitteln ein Standardoutfit in ein Stielaugen-Dress verwandelt wird. Und während Designer, Fashion-Menschen und anderes Geschmeiß sich auf der ganzen Welt einen Knoten ins Gehirn denken müssen, um sich stilvoll zu kleiden, machen es die Franzosen halt einfach.

Französische Mode: Christian Dior Schuhe

Und genauso tun es im Übrigen die französischen Designer. Nicht unbegründet schmückt man französische Mode mit Prädikaten wie „besonders luxuriös“, „schick“ und „elegant“. Tatsächlich haben die Topdesigner das Gespür für feine Roben wohl mit der Muttermilch aufgesogen. Natürlich wäre es völlig vermessen, an dieser Stelle von dem einen französischen Stil zu sprechen, denn weder lässt dieser sich komplett in die Schublade „schlicht“, noch „extravagant“, noch „verrückt“ pressen. Er ist eben von allem ein bisschen. Und dies wahrscheinlich in genau der richtigen Dosis. Sieht man sich die ausgefallene Laufstegmode eines Christian Dior an, kann man sich vorstellen, dass er in den 40er Jahren, die Modewelt mit seinem „new look“ mal eben revolutionieren konnte. Der Designer, der mit dem Fokus auf Hutmode startete, fasziniert heute noch mit seiner Vorliebe für das Moderne. Figurbetonte Kleider, fantasievolle Outfits und vor allem das Vereinen scheinbarer Gegensätze – etwa die Kombination aus klassischen und hochmodernen Stücken – prägten seine und auch die gesamte französische Mode.
Immer wieder werden französische Modelabels – zumindest die bekannten unter ihnen – unweigerlich mit Luxus gleichgesetzt. Tatsächlich ist über die Landesgrenzen hinaus kaum eine französische Low-Budget-Marke bekannt, stattdessen dominieren die Luxuslabels, was im Übrigen auch für die Accessoires gilt.

Französische Mode: Ursprünge

Hermès beispielsweise hat seine Wurzeln wie viele andere Labels in der Produktion von traditioneller Reitausrüstung: Zaumzeug und Sattel bestimmten die Produktlinien, wo Spitzenqualität an der Tagesordnung war, wenn man neben den zahlreichen anderen Produzenten nicht gnadenlos untergehen wollte. Diese hohen Ansprüche nahm man natürlich später mit in die Taschen-, Koffer- und Accessoire-Produktion. Ähnliche Qualitätsmaßstäbe gelten, nebst dem untrüglichen Stilverständnis, natürlich auch für Marken wie Louis Vuitton und co.

Wie die französische Modewelt auch sonst den Ton der Modewelt angibt, wird bewusst, wenn man sich vor Augen führt, wie bedeutend es ist, von der Chambre de commerce et d’industrie de Paris die Bezeichnung „Haute couture“ für seine Kollektion zu bekommen. Dass im Regelfall französische Modemacher dieses Prädikat für ihre Linien bekommen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Umso grösser ist die Ehre, wenn andere Marken wie Versace, Valentino und Armani in die Riege der Haute couture-Produzenten aufgenommen werden. Es ist ein Ritterschlag wie kein zweiter in der Modewelt. Und natürlich kommt er aus Frankreich.

Französische Mode

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