Dresscodes in Clubs: „Du kommst hier nicht rein“

Beinahe jeder kennt das Problem: Es ist Samstagabend, man ist in Feierlaune, hat mit seinen Freunden bereits ordentlich vorgeglüht und will in den angesagtesten Club der Stadt. Man kommt an und reiht sich in die ellenlange Schlange ein, nur um dann nach gefühlten zwei Stunden Wartezeit zu hören: „Du kommst hier nicht rein!“ Der Grund dafür, am Einlass eines Clubs abgelehnt zu werden kann viele Gründe haben: man hat das falsche Geschlecht (viele Clubs sind darauf bedacht, eine hohe Frauenquote zu erfüllen), das Gesicht passt dem Türsteher nicht, oder er ist ein Rassist. Der Grund, der wohl aber am häufigsten genannt wird, wenn es um die Frage nach dem „Warum“ geht, ist die falsche Wahl der Abendgarderobe, da sie nicht zu den Dresscodes in Clubs passt. Disco- und Clubbetreiber behalten es sich vor, in ihren Einrichtungen eine bestimmte Kleiderordnung zu verhängen und Leute abzuweisen, die sich ihrer Meinung nach nicht daran halten. Ist das nun Schikane, oder nachvollziehbar, oder sogar eine Pflicht? Wir diskutieren.

Dresscodes in Clubs

Dresscodes in Clubs

Auf den ersten Blick mag es für viele absolut nicht nachvollziehbar sein, warum man zum Abends-Weggehen überhaupt eine bestimmte Kleiderordnung braucht, denn eigentlich sollte es jedem selbst überlassen sein, wie er sich präsentiert und sich kleidet – logisch. Clubbetreiber, die ihrem Laden eine Kleiderordnung verpassen, verfolgen damit jedoch in der Regel ein bestimmtes Ziel. Normalerweise wird versucht, dem eigenen Laden ein gewisses Image zu verpassen. Dies ist rein psychologischer Natur. Ein Club, in den nicht einfach jeder dahergelaufene Trottel reingelassen wird, hat per se etwas Exklusives. Die Leute, die rein dürfen, fühlen sich geehrt oder eventuell sogar besser, als jene, die draußen bleiben müssen. So kann es im Extremfall sogar Ausdruck des eigenen Status‘ sein, sich in bestimmten Clubs einfach nur aufhalten zu dürfen (bestes Beispiel ist das P1 in München). Aber auch im Berghain gelten ganz bestimmte Regeln. Alleine aufgrund der Tatsache der Exklusivität, die der Laden damit ausstrahlt, steigt der Andrang. Natürlich möchte nun jeder gerne Teil jener Gesellschaft rein, die in diesem Club feiern „darf“ und befolgt bereitwillig die Regeln des Betreibers.

Dresscodes in Clubs – Kleider machen Leute

Manchmal hat es aber noch sehr viel profanere Gründe. Geschäftsführer und Betreiber erhoffen sich alleine durch das Einführen eines Dresscodes bestimmte Personengruppen fernzuhalten, getreu dem Motto: „Wenn du schon gegen die Kleiderordnung verstößt, wer weiß, was für Probleme du erst machen könntest, wenn du erst einmal in meinem Club bist.“ Sprich: Kleider machen Leute – und wer sich ordentlich kleidet, benimmt sich auch ordentlich. Hinzu kommt das Argument des einheitlichen Looks. Wenn alle „gleich gut“ aussehen, fällt keiner dem anderen (unangenehm) auf und verursacht weniger Reibung. Niemand provoziert durch sein Äußeres.

Es ist schon eine verquere Logik. Wer sich mal in den entsprechenden Läden aufgehalten hat, der weiß, dass auch trotz des strengsten Dresscodes Auseinandersetzungen nicht vermieden werden können (dazu müsste man schon alkoholfrei feiern – unvorstellbar). Nichtsdestotrotz sind vor allem die Image-Gründe nicht vollständig aus der Luft gegriffen und wer ansonsten lieber wie ein Obdachloser herumläuft, der findet hier wenigstens einmal pro Woche einen Grund, sich in Hemd und schwarzen Schuhen zu präsentieren.

Dresscodes Clubs

Problematisch hingegen wird es, wenn wahllos Leute rausgepickt werden, die dem Türsteher von vornherein nicht passen und dies dann wiederrum fadenscheinig mit dem Modeargument begründet wird. Hat das dann noch etwas mit Dresscodes in Clubs zu tun? Nicht selten hört man Geschichten von Türstehen, die sich ihre Macht so zu Eigen machen, dass sie Leuten ganz nach persönlichem Gusto Einlass gewähren und andere – obwohl sie offensichtlich die Anforderungen erfüllen – einfach abweisen. Hier hilft nur eines: Drüber stehen, mit versammelter Mannschaft abziehen und dort feiern gehen, wo man sich kleidungsmäßig frei entfalten kann. Denn vielleicht ist der Club, in dem eine Kleiderordnung herrscht, die man selbst nicht nachvollziehen kann, vielleicht gar nicht der richtige Club für einen? Insofern: Nicht stressen lassen!

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