Designer Special: Interview mit Romina Rossi von Ro.Ro.

Als wir gerade in Wiesbaden unterwegs waren, um alle wichtigen Geschäfte für shoppl auszuwählen, lernten wir in der Mittagspause durch Zufall eine junge Designerin kennen. Da sie gerade arbeitete, hatte sie leider nicht die Zeit, uns alle Fragen zu beantworten, die uns auf den Lippen brannten. Das holen wir jetzt nach.

shoppl: Romina, stell dich doch einmal kurz vor. Wer bist du, woher kommst du und was machst du?

Romina: Meine Name ist Romina Rossi, komme gebürtig aus Bad Kreuznach, aber wohne mittlerweile seit ca. 3 Jahren in Wiesbaden.

Ich habe eigentlich in einer ganz anderen Richtung meine Aus- und Weiterbildungen gemacht, allerdings schnell gemerkt, dass das nicht der richtige Weg für mich ist und mich somit einfach mal dieses Jahr nur auf mich und meine Wünsche konzentriert. Und das kam dabei raus – Ro.Ro.

shoppl: Wow, das klingt mutig. Wofür steht Ro.Ro., abgesehen von deinem Namen?

Romina: Genau, die Abkürzung oder auch den „Spitznamen“ hast du schon mal erkannt (lacht). Ro.Ro. steht für ebenso mutige und starke Frauen, die sich zeigen wollen und sich ebenso am Leben und der Mode erfreuen, wie ich. Ich hab mal in einer Zeitschrift ein tolles Zitat gelesen: „Mode ist der erste Schritt der Emanzipation!“ Fand ich sehr zutreffend.

shoppl: Klingt für mich so, als hättest du noch viel vor. Fühlst du dich denn als Designerin in Wiesbaden wohl? Findest du, dass die Region Mainz-Wiesbaden-Frankfurt gute Voraussetzungen für aufstrebende Designer wie dich bietet?

Romina: Definitiv hab ich das. Ich denke das liegt daran, dass ich mich einfach in all dem was ich jetzt tue gefunden habe und darin aufgehe, so wie man es sich wünscht.

Naja die besten Voraussetzungen sind hier jetzt nicht gegeben. Es gibt 1-2 Anlaufstellen. Allerdings nur, wenn einem das Wissen wichtiger ist, als das freie Entfalten der Kreativität. Denn dann ist man natürlich in einer Großstadt besser aufgehoben. Ich denke es kommt immer darauf an, was man am besten aus seiner Situation macht und bereit ist zu investieren.

shoppl: Wenn das so ist, kannst du dir vorstellen, woanders hinzuziehen oder existieren sogar schon konkrete Pläne?

Romina: Also vorstellen klar, ich bin an nichts richtig gebunden. Das Gute ist, wenn man sich so etwas aufbaut wie ich im Moment und dann noch alleinstehend ist, steht einem meines Erachtens nach die Welt offen.

shoppl: Da kann ich dir nur zustimmen. Wir haben dich in einem Restaurant bei der Arbeit kennengelernt. Hast du durch Nebenjobs wie diese deine erste Kollektion finanziert?

Romina: Genau richtig. Ich hab mich Anfang des Jahres von meinen anderen Jobs getrennt und mich weiterhin in die Gastronomie begeben. Ist zwar eine „harte“ Welt allerdings super in punkto Flexibilität und Verdienst. Mit allen anderen Vollzeitjobs wäre das einfach nicht möglich gewesen. Und ja, ich habe viel gearbeitet und Nachtschichten eingelegt, damit ich mir was aufbauen kann. Es ist immer besser alles irgendwie aus der eigenen Tasche zu finanzieren, als Kredite oder ähnliches aufzunehmen.

shoppl: Das sehe ich genauso. Wer schneidert denn eigentlich deine Stücke? Machst du das selber?

Romina: Das mache alles ich. Ich designe und schneidere alles selbst.

shoppl: Respekt. Und soll sich das in Zukunft ändern?

Romina: Also was definitiv feststeht ist, egal welche Ausmaße das annimmt, dass ich weiterhin in allem involviert bleibe. Egal ob Design oder Produktion. Ich möchte der Kopf der ganzen Sache bleiben und voll und ganz involviert sein. Nur so denke ich, bleibt die Basis der Identifikation mit der Mode und mir und vor allem auch mit meinen Käufern bestehen. Denn mein ganzes Konzept ist sehr persönlich gestaltet. Nicht nur das ich schon fertige Produkte in meinem Shop anbiete, sondern auch, dass es das Chapter „Nach Maß“ gibt. Jeder Käufer kann mir persönlich schreiben und mich anfragen und somit seine Wünsche darlegen, welche Vorstellungen er hat und wie ich diese auf ihn abgestimmt zuschneidern und somit erfülllen kann. Das kann man nicht so schnell ändern und das will ich auch gar nicht, denn das ist mit unter das Besondere.

shoppl: Wo wir gerade beim Thema Individualität sind: Wie sehr orientierst du dich an aktuellen Trends?

Romina: Klar lasse ich mich auch ein wenig davon inspirieren. Allerdings schlagen meine Outfits und Stücke nochmal einen ganz anderen Weg ein. So gut wie keine andere Marke ist so auf den Neobarock – Stil fixiert wie meine, meine speziellen Stoffe, Ornamente und Muster.

shoppl: Und wo siehst du Ro.Ro. in fünf Jahren?

Romina: Mein Wunsch ist es definitiv, dass der Online – Shop super anläuft und ich vielleicht in 1-2 Jahren mein eigenes schnuckeliges Atelier besitze, meine Unikate anfertige, während ich mir auf dem Plattenspieler Jazz Schallplatten anhöre und ich darin einfach voll und ganz aufgehe und Spaß daran habe. Das ist mir am wichtigsten. Ansonsten werde ich einfach sehen, was die Zukunft mit sich bringt, ich bin da sehr bodenständig.

shoppl: Womit wir auch direkt beim nächsten Thema wären, welches uns brennend interessiert: ab wann ist der Online Shop erreichbar und wie heißt die Web-Adresse? Und kann man ein paar deiner Stücke schon in lokalen Boutiquen erwerben?

Romina: Der Online-Shop ist mit allen Stücken ab Ende nächster Woche anzuschauen. www.rominarossi.de wird die Seite heißen. In Boutiquen an sich ist noch nichts erhältlich, da bin ich gerade noch dran Kontakte zu knüpfen.

shoppl: Dann halt uns auf jeden Fall auf dem Laufenden, damit die shoppl User auch wissen, wo es Ro.Ro zu kaufen gibt. Wie wichtig siehst du eigentlich die Rolle des Internets für die Branche?

Romina: Definitiv das hab ich vor!

Naja was soll ich sagen, das ist momentan mein hauptsächliches Verkaufs – Portal (lacht). Für mich ist es natürlich somit super wichtig, die meisten wollen es nur noch bequem haben und am besten alles auf einen Blick sehen. Deswegen muss der Online-Auftritt der Seite auch super durchdacht sein. Und das ist er definitiv, das kann ich jetzt schon versprechen!

shoppl: Könntest du dir auch vorstellen, deine Stücke über „die ganz Großen“ wie etwa Zalando oder Breuninger zu vertreiben?

Romina: Das würde nicht wirklich funktionieren. Natürlich könnte ich die fertigen Teile schon dort verkaufen. Allerdings wäre der Rest des Konzepts dann nicht mehr möglich. Und die „Massenabfertigung“ ist nicht so meins. Auch wenn es vielleicht dadurch mehr Menschen sehen würden, aber das ist nicht das Wichtigste für mich.

shoppl: Eine Sache würde uns noch interessieren: Hast du bestimmte Designer als Vorbilder?

Romina: Ganz ehrlich – nicht wirklich. Es gibt einige, wo ich nur staunen kann, was die alles auf die Beine stellen und kreieren. Allerdings ist das alles mittlerweile nicht mehr tragbar und das vergessen die „großen“ Designer nunmal. Auch wenn es toll zum anschauen ist. Da ist das was ich mache was ganz anderes.

shoppl: Das ist doch mal ein schönes Schlusswort. Danke für das aufschlussreiche Interview und ganz viel Erfolg mit Ro.Ro. und deinem Shop-Launch nächste Woche!

Romina: Supi. Ich hab euch zu danken! Ganz toll, dass ich mit shoppl das Interview führen durfte. Alles weitere lasse ich euch wissen!

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Romina Rossi

Eine Antwort

  1. Anne E.

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