Der Barney Stinson-Style – Der Dress zum Ego


Barney Stinson, erklärte Lieblingsfigur sämtlicher Fans der Erfolgsserie How I Met Your Mother ist in den letzten Jahren zu einer DER Stilikonen der Fernsehlandschaft geworden. Woran das liegt? – Es ist nicht nur der einfache Fakt, dass sein Stil einen unbestreitbaren Wiedererkennungswert hat, sondern er zugleich Ausdruck seines Charakters ist: Überheblich, selbstbewusst, egozentrisch, aber im Endeffekt doch unheimlich sympathisch. Das Erfolgsrezept der beliebtesten Serienfigur seit Homer Simpson wäre ohne die Zutat „Style“ ungenießbar.

Barney Stinson ist der Prototyp eines Machos, den man einfach lieben muss. Er ist einer dieser mysteriösen Menschen, die es schaffen, die geilsten zu sein, einfach indem sie sich jeden Tag sagen, dass sie die geilsten sind. Eine Kunst, die nur sehr wenige beherrschen – und Barney ist ein Meister darin. Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen parat, die Arroganz eines Weiberhelds und eine Spur Egoismus ist aber nicht alles, was seine Person ausmacht. Stinson hat guten Grund für sein unbändiges Selbstbewusstsein, denn er weiß sich zu kleiden.

Wer modisch so unsagbar stilsicher agiert wie Barney, dem kann man auch die egoistischsten Ferkeleien nicht übel nehmen. Er präsentiert sich fast ausnahmslos in Maß- oder Designeranzügen mit Krawatte, edlen Hemden und schwarzen Anzugsschuhen, schafft es jedoch zur gleichen Zeit mit seiner blonden Wuschelfrisur und seinem schelmischen Grinsen seine Lockerheit aufrecht zu halten. Während es bei anderen sofort streng oder sogar krampfig wirkt, wenn sie einen Anzug tragen, wirkt es bei Barney stets locker und leger. Das ist sein Trumpf, und er reizt ihn bis zum Maximum aus.

Stinson trägt in der Regel tailliert geschnittene Anzüge die immer PERFEKT sitzen. Da passt alles und wackelt nichts – Maßschneidern macht’s möglich. Perfekte Kragenweite, perfekte Taille und vor allem (und da wird es für die Nachahmer schwer) perfekte Anzugs-Figur. Er ist weder zu schmal noch zu mopsig und ist daher der geborene Suit-Träger.

Barneys exklusive Mode wird Folge für Folge von der Serien-Stylisten Julie Bennett ausgewählt. „Seine Kleidung hilft dabei, das Mystische an seiner Person zu verkaufen“ sagt sie und trifft es damit auf den Punkt. Für Bennett ist die Tätigkeit Barneys als gut bezahlter „Geschäftsmann“ ihre Freikarte als Stylistin, die teuersten und edelsten Stücke ohne Rücksicht auf den Preis picken zu können.

So ist Casanova Stinson regelmäßig in Paul Smith, Prada, D&G oder Marc Jacobs zu sehen. Die Marken definieren seine Person, ohne sie zu dominieren. Stattdessen macht er sich den Look der Designerlabels zu eigen, um seinen (finanziellen und frauentechnischen)Erfolg zu unterstreichen. Die schmalen Krawatten von Dolche & Gabbana oder Prada runden den Look ab, der scheinbar nie unpassend wirkt – beim abendlichen Barbesuch nicht, im Club nicht und im Nobelrestaurant sowieso nicht.

Wer sich selbst zum Barney Stinson machen will, der muss also ordentlich Geld in die Hand nehmen, denn mit dem H&M-Anzug von der Stange wird ein solcher Look wohl nur schwer zu nachzuahmen sein. Doch allein die Kohlen für Designermode werden nicht reichen – Charisma, Witz und Ausstrahlung sorgen erst dafür, dass der normalerweise etwas hochgestochene Look in jeder Umgebung funktioniert und ihm die lockere Note gibt. Die obligatorische Körperpflege (Barney geht regelmäßig zur Maniküre und hat die richtige Frisur) sollte man ebenfalls nicht unterschätzen. Erst das Zusammenspiel all dieser Faktoren macht ein Barney Stinson zu einem Barney Stinson und eben nicht irgendeinem Typen, der sich teure Klamotten kauft und deshalb reihenweise Frauen abschleppt. Er ist damit der beste Beleg, dass einen Kleidung alleine nicht zur Stilikone machen, sondern auch die Art und Weise WIE man sich in ihnen verhält. Erst dann ist man – um es mit den Worten von Costume supervisor Sandra Jensen zu sagen – „dressed to kill“.

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