Deine Freundin ist ein Fashion Junkie? Wie du helfen kannst


Egal ob Mann oder Frau, im Freundeskreis hat wahrscheinlich jeder die ein- oder andere Person, die zu viel trinkt, raucht oder zockt. Auch das übermäßige Kaufen von Schuhen, Kleidern oder Schmuck (oder die Kaufsucht allgemein), gehört zu den Süchten und ist nicht leicht abzustellen. In diesem Artikel wollen wir uns dem Charakter des Kaufsüchtigen auf ernste Weise nähern und schauen, wie wir unsere Lieben auf dem Weg der Genesung helfen können.

Was Kannst selber tun? Welche Fragen solltest du dir stellen?

Konto leer? Kreditkarten gesperrt? Wenn du merkst, dass du zu viel Geld ausgibst und nicht mehr recht um die Runden kommst, dann lege dir ein Haushaltsbuch an, in dem du Ausgaben und Einnahmen gegenüber stellst. Versuche weniger Zeit mit Einkaufen zu verbringen. Frage dich, ob das Einkaufen nicht schon zu viel Platz in deinem Leben eingenommen hat. Frage dich, ob du deine Freunde vernachlässigst oder deine Familie. Du kannst deine Prioritäten neu ordnen, du musst nur den Willen haben. Falls du dein Kaufverhalten nicht unter Kontrolle hast, dann meide Shoppingtouren mit deinen Freundinnen – auch wenn es noch so verlockend ist. Versuche so offen wie möglich mit der Situation umzugehen auch wenn es schwer ist. Sprich Probleme frühzeitig an und friss sie nicht in dich hinein. Habe keine Angst dir professionelle Hilfe zu besorgen.

Was kannst du für deine Freundin tun?

Du hast gemerkt, dass sich deine Freundin immer mehr zurückzieht. Nach der Arbeit ist sie kaum noch für Aktivitäten zu haben – kein Tennis, keine Cocktails, keine Lust auf den Spaziergang im Park. Das beunruhigt dich, denn eigentlich war sie ein so aktiver Mensch. Auch ihr Freund macht sich Sorgen, denn außer Shoppingtouren in der Stadt oder in den virtuellen Boutiquen des Internets ist nicht mehr viel los mit ihr.

Was also machen, um sie wieder auf den Pfad der Tugenden zurückzubringen?

Ein persönliches Gespräch kann Wunder wirken. Sag deiner Freundin, dass ihr Kaufverhalten langsam außerirdische Dimensionen angenommen hat und sie ihre sozialen Verpflichtungen verletzt. Sollte sich daran nichts ändern, nimm auch ihren Freund ins Gebet und frage, wie er das Kaufverhalten seiner Partnerin einschätzt und wie man darauf einwirken kann. Wollen diese Ratschläge nicht helfen und haben sich sogar schon finanzielle Probleme eingestellt, so versuche deine Freundin zur Suchtberatung zu überreden. Kaufsucht ist eine anerkannte Krankheit und kann heute sehr gut therapiert werden. Das schlimmste was man machen kann, ist das Problem klein zu reden, oder zu sagen: „Ach, die Sache wird sich schon von alleine regeln.“ Dies ist eine häufige Reaktion von Freunden, die sich dem Problem des anderen angenommen haben, aber keine sofortige Reaktion auf ihre Intervention erhalten haben.

Es bleibt wichtig, am Ball zu bleiben – sich aber auch die eigenen Grenzen aufzuzeigen. Es gibt Probleme, die können nicht durch einen einfachen Small Talk geregelt -, sondern müssen von Profis behandelt werden. Schon eine telefonische Beratung bei der Suchtstelle kann helfen. Denn als Angehöriger eines Suchtkranken leidet man in einem hohen Maß mit. Dies kann sogar bis zu Co-Abhängigkeit führen, wie wir sie beispielsweise bei der Alkoholsucht kennen. Dabei wird von Angehörigen immer wieder behauptet, der Kranke habe gar nicht so viel getrunken, oder er sei auf dem Weg der Besserung. Dieser Selbstbetrug dient dem Selbstschutz und nicht zuletzt dem Schutz der Beziehung. Sollte man als einzelne Person nicht mehr an die Suchtkranke herankommen, kann es außerdem helfen, die Familie einzuweihen. Sehr oft haben sich Suchtkranke eine zweite Identität erschaffen. Nach außen wirkt es, als seinen sie vollkommen glücklich, zufrieden und ohne jede Sorge – innerlich sind sie getrieben und immer auf der Suche nach dem nächsten Kick, dem Kauf. Versuche außerdem das Selbstwertgefühl deiner Freundin zu stärken – aber nicht durch neue Klamotten. Shoppingbummel sollten absolut Tabu sein, weil sie neue Gelegenheiten zum Kauf schaffen.

(Achtung: Diese Ratschläge sind gut gemeint, aber nicht vom Psychologen erteilt. Wer wirklich seriöse Beratung braucht, der sollte immer einen Profi konsultieren.)

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