Das Polo-Shirt: eine Erfolgsgeschichte

Polo by Ralph Lauren

Das Poloshirt von Ralph Lauren – ein bleibendes Must Have für Herren!

Für uns Modeliebende spielt das Polo-Shirt eine besondere Rolle, wenn es um die Kleiderwahl geht. Das Polo blickt auf eine lange Geschichte zurück, ist sehr klassisch und ein wahrer Evergreen. Es hat sämtliche Trends überlebt und ist heute noch so beliebt, wie vor 80 Jahren, als es erstmals hierzulande auf den Markt kam.

Was ist das Geheimnis dieses unstrittigen Mode-Klassikers?

Die Geschichte des Polo-Shirts beginnt bereits vor über 100 Jahren weit weg von unserem Kulturkreis. Denn die Anfänge des Polos liegen nicht, wie man vielleicht vermuten würde, in Europa oder den USA, sondern in Indien. Indien – damals noch Teil des britischen Empires – stellte die Polosport-vernarrten Engländer vor eine schwierige Aufgabe. Natürlich wollten die dort ansässigen Briten nicht auf ihren Lieblingssport verzichten, gleichzeitig machten ihnen aber die unmenschlich hohen Temperaturen im Süden Asiens zu schaffen. Eine Lösung musste also her, und so guckte man sich als Vorläufer des heutigen Polos ein Hemd ab, welches indische Adelige zu ihrer Reiterhose trugen. Es handelte sich dabei um eine Art Trikot, hüftlang, gestreift und mit rundem Ausschnitt.

Die Briten trugen das bislang unbekannte Hemd also fortan zum Polospielen und brachten ihre neue Entdeckung natürlich irgendwann auch nach Europa mit. Hier war es dann ein gewisser René Lacoste, der aus dem Kleidungsstück das machte, was wir heute als Poloshirt bezeichnen. Lacoste, ein französischer Tennisspieler, dessen Spitzname „Krokodil“ war, war von ähnlichen Sorgen wie die Polo-Spieler in Indien geplagt. Bis in die 30er Jahre hinein war es in seinem Sport noch üblich in langärmeligen Shirts zu schwitzen. Lacoste nahm sich des aus Indien stammenden Looks an und konzipierte daraus schließlich das erste Lacoste-Polo mit dem Krokodil auf der Brust. Das Besondere an seinen Hemden: er wählte die feine Gewebeart Piqué, die die klassischen Polos auch heute noch auszeichnet. Das Doppelgewebe aus Baumwolle ist gekennzeichnet durch karoförmige abwechselnd höhere und tiefere Stellen.

Wenige Jahre, nachdem Lacoste die Tennismode mit seiner Erfindung revolutioniert hatte, wurde das Polo aber auch für Menschen abseits des Centercourts interessant. So wurde das Shirt ab Mitte des 20. Jahrhunderts vermehrt auch als Arbeitskleidung verwendet. Vor allem im Einzelhandel, aber auch in der Gastronomie oder in Fabriken wird das Polo heute häufig getragen. Schlussendlich fand es ab den späten 60er Jahren schließlich seinen Weg in die Freizeitmode.

Das Stück wird zum Kultobjekt

So etablierten sich über die Jahre hinweg auch andere Modemarken neben Lacoste auf dem Polo-Markt, allen voran Ralph Lauren, der mit seinen klassischen Polos mit dem Reiter auf der Brust sehr große Erfolge feierte und feiert. Doch die Liste der Polo-Produzenten ist noch viel länger: La Martina, Tommy Hilfiger, Fred Perry – all diese Marken gelten als erfolgreiche Produzenten. Es scheint, als sei das Geschäft mit den simplen Shirts eine sichere Bank. Doch worin begründet sich diese starke Beliebtheit?

Die große Stärke der Polos liegt in universalen Tragbarkeit. Das Polo ist weder etepetete noch flapsig – es befindet genau zwischen den beiden Extremen. Deshalb eignet es sich als Kleidungsstück für verschiedenste Anlässe. Das Polo passt zum Abhängen mit den Freunden genauso wie zur Familienfeier, denn es vereint die Förmlichkeit des klassischen Hemds mit der Lässigkeit des gemeinen T-Shirts. Da das Polo schon längst auch für Damen produziert wird, findet es auch entsprechend bei beiden Geschlechtern großen Anklang. Der meist schlichte Look, die gleichzeitig riesige Auswahl an verschiedenen Farben und Mustern erklärt, wie das Polo so beständig so erfolgreich sein konnte.

Das Erfolgsrezept des Polos scheint damit so simpel wie einleuchtend zu sein. Vielleicht ist es tatsächlich ein Faktum, von dem man nie glaubte, dass er auf die schrille Modewelt anzuwenden ist: dass es vor allem die einfachen Sachen sind, aus denen etwas ganz Großes wird.

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