Das kleine ABC der beliebtesten Stoffarten – Teil 3

Modestoffe ABC – dritter Teil

Da kreative und abwechslungsreiche Mode niemals ohne die Vielzahl an Stoffen denkbar wäre, lohnt es sich, einen Überblick über die riesige Palette an Stoffarten zu gewinnen. Aus diesem Grunde begrüßen wir euch wieder, mit dem dritten Teil unserer Reise durch das Universum der verschiedenen Stoffarten. In den letzten beiden Artikel hatten wir uns von Acryl bis zu Kaschmir vorgearbeitet und wollen mit diesem Teil, das vorletzte Kapitel der kleinen Reihe beschließen. Doch bevor es soweit ist, zeigen wir an dieser Stelle weitere tolle Stoffe und klären über deren Herstellung auf.

Leinen – leger und ein wenig hippie

 

Leinen Sakko

Sakko aus reinen Leinen

 

Leinen wird – wie wahrscheinlich viele wissen – aus den Fasern des Flachs gewonnen. Leinen war noch vor Baumwolle, dass beliebteste Gewebe um Kleidung herzustellen. Besonders im 18. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert war Leinen nicht aus der Textilindustrie wegzudenken. Als die Baumwolle den Leinen den Rang ablief, versauerte der Stoff im Abseits. Außer in der Möbelindustrie wurde Leinen kaum noch genutzt. Erst mit der Hippiebewegung gelang Leinen ein außerordentliches Comeback. Die Naturfaser, für deren Produktion weder Tiere sterben müssen, noch viele gesundheitsschädliche Chemikalien eingesetzt werden, erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Besonders im Sommer kann eine leichte Hose aus Leinen viel frische Luft an die Beine lassen und ist daher sehr gefragt. Je nachdem, wie das Leinen verarbeitet wurde, unterscheidet man zwischen Naturleinen und Halbleinen. Halbleinen besitzt einen Anteil Baumwolle und ist daher nicht bei jedem Naturjunkie angesagt. Leinen wird heute nicht nur in der Textilindustrie verwendet, sondern auch für Dekomaterialien und Gebrauchsgegenstände wie Leinwände.

Lycra – vor allem elastisch

Lycra ist sehr elastisch und besteht aus vielen verschiedenen Fasern. Diese Mischung ermöglicht es, dass Textilien aus Lycra sehr reißfest und robust sind. Lycra eignet sich daher für die Herstellung von Sportbekleidung und Wäsche.

Nylon – nichts geht ohne Nylon

Wer sich mit Nylon befassen will, der stößt schnell an seine Grenzen. Die Herstellung und Zusammensetzung von Nylon sind nämlich chemisch so komplex, dass sie nicht ohne wesentliche Grundkenntnisse in Chemie zu verstehen sind. Nylon bezeichnet eigentlich die Fasern von Polyamid 6.6. Sein Gründer wollte den Namen aber auch als Synonym für Strumpf verstanden wissen. Nylon zeichnet sich durch seine Festigkeit und Robustheit aus. Es lässt sich zu dem recht einfach Färben und ist in der Textilindustrie deshalb sehr gefragt.

Polyester – sehr viele Anwendungsbereiche außerhalb der Textilindustrie

Auch die Polyester, die ihren Namen chemischen Zusammenhängen verdanken, sind synthetische Stoffe mit vielen nützlichen Eigenschaften. Polyester wird nämlich nicht nur zur Herstellung von wasserresistenter Bekleidung genutzt, sondern beispielsweise für die Saiten eines Tennisschlägers oder Getränkeflaschen. Der Nachteil von Kleidung aus Polyester bestand noch vor ein paar Jahren in der unzureichenden Atmungsfähigkeit. Doch mittlerweile konnte selbst dieses Problem mit technischer Raffinesse bewältigt werden.

Satin – super zart und glatt

Satin wird aus verschiedenen Fasern hergestellt und bekommt seine markante und wunderschön glänzende Erscheinung durch eine sogenannte Atlasbindung verliehen. Und dennoch: am Satin scheiden sich die Geister. Manche Menschen lieben Satinbettwäsche, andere finden das Material kalt und unpraktisch. Satin ist aufgrund seiner glatten Oberfläche recht beliebt, weil diese an die Weichheit und Glätte echter Seide erinnert. Satin ist also eine echte Alternative für alle, die sich keine Seide leisten können. Auch der leichte Glanz von Satin, macht den Stoff begehrt. In der Zwischenzeit gibt es viele verschiedene Arten von Satin, so dass zugleich die Kritiker von weißem Satin auf ihre Kosten kommen sollten.

Wer jetzt Lust bekommen hat, zu erfahren, wie echte Seide hergestellt wird, der sollte Teil 4 dieser Reihe auf keinen Fall verpassen.

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