Der versteckte Style-Faktor des Bademantels

Warum muss es eigentlich immer nur um Parkas, um Daunenjacken, Westen und Bikerjacken gehen? Um Wildlederjacken, um Pelz, Zip Hoodies und Strickjacken? Warum eigentlich, wenn es doch noch ganz andere Arten von Jacken gibt, die häufig unter den Tisch fallen. Was ist nämlich zum Beispiel mit – Achtung, jetzt kommt’s – dem guten alten Bademantel? Klar, dass jetzt erst mal Einwände kommen: „Wozu ist es bitte wichtig, was man für einen Bademantel trägt? Sieht doch eh niemand, außer man selbst!“ – Man kennt die Argumentation. Aber sind es nicht gerade die Stilblüten in diesen Bereichen, die uns das besondere Wohlfühlerlebnis bescheren? So wie das schmuddelige Lieblings-T-Shirt mit dem witzigen Spruch, das man zum Schlafen überzieht, oder die Trainingshose, die bequem genug für die Hausarbeit, aber gleichzeitig noch cool und lässig genug für den Wocheneinkauf ist? Gerade bei solchen Alltags-Utensilien fühlt man sich gleich viel wohler, wenn sie dem modischen Gespür entsprechen. Hier den nötigen Stil zu beweisen, macht den Modekenner perfekt.

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Joop Bademantel, ca. 180 €

Wer glaubt, dass der Bademantel eine neumodische Erfindung, ein Produkt der westlichen Konsumgesellschaft ist, der täuscht sich. Es gibt ihn in seiner Ur-Form in unserem Breiten nämlich bereits seit dem 18. Jahrhundert. Seitdem hat er jedoch eine lange Reise hinter sich gebracht. Genau genommen wurde der Bademantel auch nicht in den hiesigen Regionen erfunden, sondern ist ein Importprodukt aus dem fernen Asien. Die Europäer, die vor rund 300 Jahren von ihren Reisen aus Fernost zurückkamen, brachten die Idee eines seidenen oder aus Leinen bestehenden Mantels mit nach Hause, der im Haus getragen wurde. Das, was man heute gemeinhin unter dem Begriff „Kimono“ kennt wurde schon bald zum sogenannten „Banyan“ weiterentwickelt. Als später schließlich etwas wärmere Alternativen aus Frottee und Baumwolle geschaffen wurden, die man nach einem entspannten Bad oder nach der Dusche trug, war der Bademantel in seiner heutigen Form geboren.
Heute existieren viele verschiedene Arten und Formen des Bademantels, weshalb er auch wegen seiner unterschiedlichen Nutzungszwecke als „Morgenmantel“ oder „Morgenrock“ bezeichnet wird: Mit Kapuze, ohne Kapuze, mit ausgefallenen Kragen und unterschiedlicher Länge. Gerade Frauen lieben die Auswahl an Morgenmänteln verschiedenster Formen. Kaum etwas kann morgens mehr sexy sein, als ein kurz geschnittener Morgenmantel, der knapp über den Knien endet. Zudem lassen sich modische Vorlieben bei Schnitt, Farbe oder Muster heute perfekt auf den Traum-Bademantel übertragen.

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Bademantel von Tom Tailor, ca. 90 €

Die Auswahl an unterschiedlichen Stilen ist nahezu unbegrenzt, ebenso wie die Preisspanne. Während man einfache und zweckmäßige Bademäntel bereits für wenige Euro bekommt, kann man auch Unsummen für edle Satin-Morgenmäntel ausgeben. Überhaupt: Dass der Bademantel seine Bedeutung als „Unterschichten-Mode“ längst verloren hat, beweisen uns Stars wie Hugh Hefner ständig aufs Neue. Zum Image des Playboy-Gründers gehört längst sein bordeauxfarbener Morgenmantel, in welchem er sich mit seinen Bunnys regelmäßig ablichten lässt. Auch deutsche Stars tragen Bademäntel in der Öffentlichkeit: Udo Jürgens spielt seine Zugaben seit Jahren traditionell im Bademantel. Das alte Bild vom Unterschichtler, der im Bademantel Bier kaufen geht ist aus den Köpfen nahezu verschwunden.

Nicht falsch verstehen: Einen Morgen- bzw. Bademantel in der Öffentlichkeit zu tragen, ist natürlich noch längst keine Selbstverständlichkeit und sollte auch nicht getan werden, wenn man nicht als völlig verrückt abgestempelt werden will (Promis nehmen so etwas hingegen gerne in Kauf). Jedoch deuten die genannten Beispiele die gesellschaftliche Bedeutung des Kleidungsstückes hin. Sexy Bademäntel sind in Film und Fernsehen genauso selbstverständlich wie in der Realität nützlich und stilvoll. Und genau aus diesen Gründen gibt es für modebewusste Menschen keinen Grund, an dieser Stelle Abstriche zu machen.

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Leo-Print Bademantel, ca. 90 €

Ganz im Gegenteil: Der Bademantel ist die beste Möglichkeit auch innerhalb der eigenen vier Wände den eigenen modischen Interessen freien Lauf zu lassen und sich einfach nur wohl zu fühlen. Oder um den One-Night-Stand am Morgen danach zu beeindrucken… Oder um beim nächsten Thermenbesuch einen stilvollen Auftritt hinzulegen. Wie gesagt, es gibt viele Gründe, einen Bade- bzw. Morgenmantel mit Bedacht auszuwählen.

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